Jörg Menke-Peitzmeyer wird 8. Magdeburger Stadtschreiber
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Jörg Menke-Peitzmeyer wird 8. Magdeburger Stadtschreiber

Bereits zum 8. Mal vergibt Magdeburg das jährliche Stadtschreiber-Stipendium. Für 2020, mit Beginn zum 1. März, fiel die Wahl der Jury auf Jörg Menke-Peitzmeyer, der am 9. Dezember seinen Vertrag unterschrieben hat. Der Künstler zählt zu den bekanntesten Kinder- und Jugendautor*innen und wurde bereits mit dem Deutschen Jugendtheaterpreis ausgezeichnet. Das Stipendium ist mit 8.400 Euro dotiert.

Einer der bekanntesten Kinder- und Jugendtheater-Autor*innen

Die Jury unter Vorsitz des Kulturbeigeordneten Prof. Dr. Matthias Puhle hatte Jörg Menke-Peitzmeyers Bewerbung aus einer Vielzahl eingereichter Vorschläge ausgewählt. Der in Anröchte geborene und jetzt in Berlin lebende Literat ist Autor von fast dreißig Theaterstücken und zwei Romanen. Ein Schwerpunkt seines literarischen Schaffens ist das Kinder- und Jugendtheater.

Zu seinen beruflichen Stationen zählen unter anderem:

  • Schauspielstudium an der Folkwang Hochschule Essen (1986-1990)
  • anschließend Schauspieler u.a. am Staatstheater Mainz, Stadttheater Gießen, Schlossparktheater Berlin, Theater der Altmark Stendal
  • Studium am Deutschen Literaturinstitut Leipzig (1998-2003)

Während seiner Stationen erhielt er eine Vielzahl an Stipendien und Preise. Unter anderem gewann er 2016 gewann er den Deutschen Jugendtheaterpreis.

v.l.n.r. Jörg Menke-Peitzmeyer, Susanne Schweidler, Prof.Dr. Puhle, Beate Kramer
Prof. Dr. Puhle und Jörg Menke-Peitzmeyer unterschreiben den Vertrag
Autor Jörg Menke-Peitzmeyer unterschreibt den Vertrag

Gesellschaftspolitische Themen und Fußball

Jörg Menke-Peitzmeyers Werke thematisieren oftmals aktuelle gesellschaftspolitische Dinge wie Essstörungen, Jugendarmut oder Mobbing. Aber auch seine Affinität zum Fußball findet sich in einer Vielzahl seiner Arbeiten wieder. So auch in der Konzeption seines neuen Stücks, das den Arbeitstitel „Sparwasser“ trägt. Die Handlung des Stücks spielt im Jahre 1974 und erzählt eine Art umgekehrte Republikflucht. Ein Junge, beheimatet im Westen, möchte in den Osten reisen, um dort sein großes Idol Jürgen Sparwasser kennenzulernen.

Nachdem die Jury Jörg Menke-Peitzmeyer zum 8. Magdeburger Stadtschreiber gewählt hatte, nahm dieser im November das Amt an. Sein Arbeitsaufenthalt beginnt am 1. März und endet am 30. September 2020.

Mehr über den Künstler gibt es auf seiner Webseite Jörg Menke-Peitzmeyer

Hintergrund zum Stadtschreiber-Stipendium

Im Zuge der Bewerbung um den Titel „Kulturhauptstadt Europas 2025“ wurde 2012 ein Stadtschreiberstipendium eingerichtet, das 2013 erstmals vergeben wurde. Die Landeshauptstadt Magdeburg lädt seitdem jährlich deutschsprachige Autor*innen ein, sich um die Position des Stadtschreibers bzw. der Stadtschreiberin zu bewerben. Voraussetzung ist, dass er oder sie vom 1. März bis 30. September in Magdeburg lebt und arbeitet. Die Höhe des Stipendiums beträgt monatlich 1.200 Euro. Eine mietkostenfreie Wohnung stellt die Stadtverwaltung zur Verfügung.

Das Magdeburger Stadtschreiberstipendium dient hauptsächlich der Unterstützung des eigenen schriftstellerischen Schaffens. Die Landeshauptstadt erwartet darüber hinaus, dass die Stadtschreiber*innen ihre Stipendiatenzeit weitgehend in Magdeburg verbringen und mit künstlerischen Mitteln Geschichte und Gegenwart der Stadt reflektieren. Stadtschreiber*innen sollten sich gern mit dem urbanen Leben und den literarisch-kulturpolitischen sowie künstlerischen Traditionen der Stadt befassen. Sie sollten sich auch in laufende Prozesse einmischen und eine „Außensicht“ in einem literarischen Beitrag öffentlich machen und zur Diskussion stellen, um die Kommunikation in der Stadt weiter zu fördern und anzuregen.

In diesem Jahr hatte die Schriftstellerin und Schauspielerin Nele Heyse das Stadtschreiber-Amt inne; 2018 war es die Autorin Nellja Veremij. Die Magdeburger Stadtschreiberin von 2017, Inger-Maria Mahlke, wurde im Oktober 2018 mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet. Teile ihres Romans „Archipel“ verfasste sie während ihres Aufenthalts in der Landeshauptstadt. Vor ihr waren bereits Peter Wawerzinek, Anja Tuckermann, Bernd Wagner und Werner Fritsch Stadtschreiber bzw. Stadtschreiberin in Magdeburg.