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Otto von Guericke, 1907

Echtermeier, Carl Friedrich

Otto von Guericke © Saskia Hubert
© Saskia Hubert

Das historisch konkrete, die lebendige Natur möglichst treu reproduzierende, Abbild oder das szenische, erzählende Arrangement war im offiziellen Kunstbetrieb des ausgehenden 19. Jahrhunderts neben neobarocken und neoklassizistischen Strömungen eine der wichtigsten Tendenzen der wilhelminischen Denkmalplastik. Echtermeier, der Aufträge in ganz Deutschland ausführte, war einer der wesentlichen Vertreter dieser Richtung. Mit dem Immermann-Brunnen und dem ursprünglich für Berlin entworfenen Bismarck-Denkmal - er unterlag Reinhold Begas, erhielt aber einen 1. Preis - gehörte er in Magdeburg zu den bereits exponierten Künstlern. Wohl aus Kostengründen veranstaltete die Stadt um das Otto von Guericke-Denkmal keinen öffentlichen Wettbewerb, sondern erbat sich lediglich Modellskizzen. Von den sieben eingereichten Ideen setzte sich die des Braunschweiger Professors Echtermeier durch. Am 26. Mai 1906 besichtigten die Mitglieder des eigens gebildeten Komitees das Modell in Braunschweig und bereits am 24. September des Folgejahres feierten die Honoratioren Magdeburgs die pompöse Einweihung.

Nachdem die Stadt ihren berühmten Sohn über 200 Jahre auf ein Denkmal hatte warten lassen und über 80 Jahre seit dem ersten Entschluss zum Denkmalbau vergangen waren, scheute man sich nicht, den bereits besetzten kleinen Platz in unmittelbarer Nachbarschaft zum alten Rathaus freizumachen und das dort 1857 aufgestellte Denkmal für August Wilhelm Francke auf seinen heutigen Standort auf dem Nordfriedhof zu versetzen. Die Ironie der Geschichte wollte es, dass just Franke es in seiner Eigenschaft als Oberbürgermeister gewesen war, der 1821 die längst überfällige Ehrung Guerickes auf die Agenda gesetzt hatte.

Es ist offensichtlich, dass die mehrfach getreppte, von zwei Brunnenschalen flankierte Sockelarchitektur des Denkmals formal auf den 1905-06 errichteten Neobarockbau im Hintergrund Bezug nimmt, indessen die Plastik selbst sich in ihrer naturalistischen Lebendigkeit umso deutlicher aus diesem Hinter- bzw. Untergrund sondert. Dabei präsentiert uns der Bildhauer die Figur des Gelehrten gleichsam als sein Modell. In natürlicher Ungezwungenheit, doch nichtsdestoweniger planvoll, hat es sich für die verabredete Sitzung präpariert. Unter der Rechten hält er den nach der Zerstörung seiner Vaterstadt 1632 im Auftrag des schwedischen Stadthalters angefertigten Riss, der zur Grundlage des Wiederaufbaus der Stadt wurde, während er den linken Arm auf seinem wissenschaftlichen Hauptwerk abgelegt hat, der "Experimenta Nova (ut vocantur) Magdeburgica de Vacuo Spatio", die 1672 in Amsterdam erschien. Darunter, zu seinen Füßen, liegen endlich die legendären Halbkugeln, mit denen er erstmals 1654 auf dem Reichstag zu Regensburg die Wirkung des Luftdrucks mit einem spektakulären Großversuch demonstrierte. Während eines in den Sockel eingelassenen Reliefs die Stadt Magdeburg vor ihrer Zerstörung 1631 zeigt, stellt ein zweites Relief ausschnitthaft eben jenen Versuch dar. In Wirklichkeit waren es insgesamt 16 Pferde mit denen man vergeblich versuchte, die zuvor evakuierten Halbkugeln zu trennen.

Über den Künstler

Carl Friedrich Echtermeier (geboren 27. Oktober 1845 in Kassel; gestorben 30. Juli 1910 in Braunschweig) war ein deutscher Bildhauer.

Der Sohn eines Gipsformers erlernte in der väterlichen Werkstatt die Grundlagen des Handwerks. Er besuchte zunächst die Kunsthochschule Kassel und setzte seine Ausbildung 1865/66 an der Kunstakademie München fort. Es folgte in den Jahren 1867 bis 1870 ein Besuch der Dresdner Kunstakademie, wo der Einfluss seines Lehrers Ernst Hähnel (1811-1891) prägend war. Seine 1870 geschaffene Figur Tanzende Bacchantin wurde mehrfach mit Medaillen ausgezeichnet. Im Jahre 1870 heiratete Echtermeier und trat eine Italienreise an. Im Jahre 1871 gründete er ein eigenes Atelier in Dresden, wo er den Bildhauern Robert Diez und Adolf Breymann freundschaftlich verbunden war. Er korrespondierte mit dem Berliner Bildhauer Fritz Schaper.

Im Jahre 1883 wurde Echtermeier Nachfolger Georg Ferdinand Howaldts als Lehrer für Modellieren und Bossieren an der TH Braunschweig. Seine Schüler waren u. a. Gottlieb Elster (1867-1917), Hermann Siedentop (1864-1943), Arnold Kramer (1863-1918) und Eugen Kircheisen. Die Zusammenarbeit mit dem Architekten Constantin Uhde (Hasenjagdfries für die Villa Löbbecke 1882 und Fries für die Rimpausche Villa 1886 in Braunschweig) endete 1895 im Streit. Den Wettbewerb für ein Bismarck-Denkmal in Berlin konnte Echtermeier nicht für sich entscheiden, wobei sein Entwurf jedoch 1899 in Magdeburg ausgeführt wurde.

Echtermeier, der den Titel eines Geheimen Hofrates verliehen bekommen hatte, starb 1910 in Braunschweig.

KUNSTWERKE

: Allegorien der Kunst und Wissenschaften, Eingangshalle der TH Braunschweig (1877/79)

: Acht Länder-Allegorien für die Gemäldegalerie Kassel (1882)

: Entwurf des Bronzedenkmals für den Komponisten Franz Abt in Braunschweig (eingeweiht am 13. Juli 1891; während des Zweiten Weltkriegs eingeschmolzen)

: Bismarck-Denkmal in Magdeburg (1899, zerstört)

: Denkmal für den Schriftsteller Immermann in Magdeburg (1899)

: Entwurf des Bronzedenkmals für den Reformator Johannes Bugenhagen an der Brüdernkirche in Braunschweig (1902, während des Zweiten Weltkriegs demontiert)

: Denkmal für Otto von Guericke in Magdeburg (1907)

Echtermeier schuf mehrere Friedhofsplastiken, die sich überwiegend in Hannover befinden. Er fertigte Porträtbüsten Braunschweiger Persönlichkeiten an, darunter Georg Westermann, Heinrich Vieweg und Wilhelm Pockels.

(Quelle: de.Wikipedia.org)

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