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Ausnahmesituation für Magdeburgs Unterkünfte

Das Arbeitsministerium des Landes Sachsen-Anhalt hat heute die Schließung aller Hotels für Touristen angeordnet. Grund dafür ist die dynamische Entwicklung der Corona-Infektionen. Gäste, die in Magdeburger Unterkünften eingecheckt haben und weder aus familiären noch beruflichen Gründen hier sind, müssen bis kommenden Samstag abreisen.

Für Magdeburgs Gastgeber bedeuten die aktuellen Stornierungen deutliche Umsatzeinbußen – und auch für die Tourismusentwicklung der Landeshauptstadt einen herben Rückschlag. Noch im Januar lag die Übernachtungszahl bei herausragenden 48.110, das waren 6.658 mehr als im Vorjahr. 

Die Zahl der Corona-Infektionen steigt weiter an. Das gesamte öffentliche Leben wurde in den vergangenen Tagen immer stärker eingeschränkt. Um die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus einzudämmen, hat jetzt das Land Sachsen-Anhalt zusätzlich das Verbot von touristischen Übernachtungen bis zum 19. April angeordnet. Alle Urlauber müssen bis Samstag abreisen. Für die Tourismusbranche bedeuten die aktuellen Entwicklungen enorme Einbußen und könnten im schlimmsten Fall sogar die Existenz zahlreicher Gastgeber bedrohen.

Kurzarbeit und Krisenmanagement bei Magdeburgs Gastgebern

Nicole Dalichow vermietet in ihrem ElbQuartier mehrere Ferienwohnungen und Ferienhäuser. Gäste, die heute noch anreisen, um sich aus Sicherheitsgründen vom Rest ihrer Familie abzukapseln, muss sie übermorgen wieder nach Hause schicken. „Seit Ende Februar verzeichnen wir kaum noch Buchungen und auch das Ostergeschäft hat sich komplett erledigt“, sagt die Gastgeberin. In jedem Fall habe sie aber Verständnis für die Vorsichtsmaßnahmen, die Gesundheit aller gehe vor. Doch Nicole Dalichow macht ferner deutlich: „Für kleinere Vermieter kann diese Krise ganz sicher die Bedrohung ihrer Existenz bedeuten.

Auch Magdeburgs große Häuser haben dieser Tage hart zu kämpfen. Andrea Imwalle, Direktorin des Maritim-Hotels, erklärt: „So eine Situation haben wir zuvor noch nie erlebt, alle Veranstaltungen sind abgesagt und wir haben kaum noch Gäste im Haus.“ Die Einbußen seien bereits beträchtlich, tagtäglich müsse neu reagiert werden und aktuell werde alles zum Thema Kurzarbeit abgeklärt. Davon werden voraussichtlich auch die Mitarbeiter im Ratswaage-Hotel betroffen sein. Hier sind ebenso kaum noch Zimmer vermietet. „Solche Ausfälle wird niemand abfangen können“, sagt Ratswaage-Geschäftsführer Detlef Dahms und betont: „Nur, wenn die Wirtschaft Liquiditäten in Form von Soforthilfemaßnahmen zur Verfügung gestellt bekommt, kann die Existenz der Gastgeber garantiert werden.

Da auch Reisebusreisen von dem Verbot betroffen sind, kontaktieren die Mitarbeiter von Magdeburg Marketing aktuell alle Reiseveranstalter, die bis zum 19. April einen Besuch der Ottostadt über Magdeburg Marketing gebucht haben. Gemeinsam wird nach Alternativen gesucht. Geschäftsführerin Sandra Yvonne Stieger erklärt: „Wir stehen für Rückfragen von Reiseveranstaltern, Gastgebern und Touristen weiterhin zur Verfügung. Und vor allem denken wir schon jetzt darüber nach, wie wir zum verzögerten Saisonstart zahlreiche Touristen nach Magdeburg locken können, um die Branche wieder zu stärken.

Außergewöhnliche Übernachtungszahlen im Januar 2020

Noch im Januar war die Landeshauptstadt mit einem großen Übernachtungsplus von 21 Prozent in das neue Jahr gestartet. Insgesamt 48.110 Übernachtungen wurden für Januar in Magdeburg gezählt, im Vorjahr waren es 41.452. „Offenbar hat die neue Lichterwelt auch noch zu Jahresbeginn zahlreiche Gäste angezogen“, macht Magdeburg Marketing-Geschäftsführerin Sandra Yvonne Stieger deutlich. Mit der Steigerung von 21 Prozent lag die Ottostadt weit über dem Landesdurchschnitt von 4,1 Prozent.

Erreichbarkeit von Magdeburg Marketing

Alle wichtigen und aktuellen Informationen finden Gastgeber und Reiseveranstalter online unter www.magdeburg-marketing.de.

Touristen und Magdeburger erreichen weiterhin die Mitarbeiter der Tourist Information telefonisch unter 0391 63601-402 oder per E-Mail an info@visitmagdeburg.de

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19.03.2020