Legorampen bauen Barrieren ab
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Legorampen bauen Barrieren ab

Kleine Hürden können für Rollstuhlfahrer, ältere Menschen mit Rollatoren und auch für junge Familien mit Kinderwagen zu einem großen Problem werden. Mit selbst gebauten Rampen aus bunten Legosteinen schaffen die Buckauer jetzt stufenfreie Eingänge und bauen Barrieren ab. Der Stadtteilverein Buckau e. V. hat bereits die erste kunterbunte Legorampe erfolgreich an das erste Geschäft im Kiez übergeben. Zahlreiche Läden, Praxen und Institutionen sollen folgen. Die Mitglieder freuen sich deshalb über Unterstützung jeder Art – ob in Form von Legosteinen oder Bauhelfern.

Schwungvoll schiebt Horst Bütow seinen Rollator über die bunte Legorampe vor dem Eingang des Elb-Ecks. „Ich kann jetzt unkompliziert die Tür öffnen und komme problemlos ins Geschäft“, freut sich der 83-Jährige über die neue Rampe auf der Schönebecker Straße. Seit 2013 lebt Horst Bütow in Buckau. Er ist auf seinen Rollator angewiesen. Im Kiez begegnen ihm immer wieder Eingänge, die er aufgrund von kleinen bis großen Stufen nicht überwinden kann. Dieses Problem gehen die Mitglieder des Buckau e. V. jetzt aktiv an. Sie bauen aus Hunderten kleinen Legosteinen strapazierfähige Übergänge. Getreu dem Motto: „Buckau wird bunt und barrierefrei.“ Das Urteil des 83-Jährigen nach seinem ersten Test steht fest: Die stabilen Legorampen seien für ihn eine „große Erleichterung“.

Ausgerüstet mit Hammer und Klebepistole hat Julia Bütow das erste Modell in den vergangenen Wochen zusammengebaut. Die Buckauerin gehört zu den Gründungsmitgliedern des Stadtteilvereins Buckau e. V. Sie macht deutlich: „Mit unseren bunten Rampen wollen wir auf das Thema Barrierefreiheit aufmerksam machen und es aktiv angehen.“ Inspiriert wurden die Vereinsmitglieder von der „Lego-Oma“ Rita Ebel aus Hanau. Vor zwei Jahren startet die Rollstuhlfahrerin das Projekt in ihrer hessischen Heimatstadt. Heute sind die portablen Legorampen dort vor Dutzenden Geschäften und Einrichtungen im Einsatz. Es funkioniert.

Legosteine und Bauhelfer gesucht!

Damit zukünftig auch im Buckauer Kiez die Stufen vor Arztpraxen, Läden und Kulturzentren unter bunten Legosteinen verschwinden können, ist der Verein auf Unterstützung angewiesen. Es werden dringend Legosteine aller Art benötigt. Dafür wurden mehrere Sammelstellen im Stadtviertel eingerichtet. Außerdem werden fleißige Lego-Bauer gesucht. Wer schon immer gern die kleinen Steine gestapelt hat, kann jetzt mit anpacken. Eine ausführliche Anleitung und alle nötigen Tipps gibt es vom Verein.

Unterstützung von der Stadtverwaltung Magdeburg

Auf eine gute Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung Magdeburg in Sachen Legorampe können die Buckauer bereits zählen. Stephanie Wölfel vom Stadtplanungsamt ist begeistert von dem Projekt. „Es ist beeindruckend, mit wie viel Mühe sich die Vereinsmitglieder ehrenamtlich für den Abbau von Barrieren einsetzen“, so die Verantwortliche für Öffentlichkeitsarbeit im Stadtplanungsamt. Als Bindeglied zwischen Buckauern und Stadtverwaltung hat sie sogleich Kontakt zum Bauordnungsamt hergestellt.

Gut zu wissen: Bevor die erste Legorampe diese Woche in Betrieb genommen wurde, hat Andreas Götze vom Bauordnungsamt einen Blick darauf geworfen. Sein Urteil fällt positiv aus: „Die Rampe ist rutschfest und das Gefälle auch nicht zu steil.“

Jede Rampe ist eine Extra-Anfertigung. Je nach Höhe der zu überbrückenden Absätze werden die Legosteine in mehreren Ebenen aufeinander aufgebaut. „Dafür braucht es Geduld und jede Menge Kleber“, spricht Julia Bütow aus Erfahrung. Das Besondere: Es könnten auf den Rampen sogar Logos oder Bilder mit den passend sortierten Legosteinen entstehen. Der Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt!