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„Es gibt kaum einen Ort in Deutschland, an dem sich die Moderne eindrucksvoller ablesen lässt“

Magdeburg im Vorfeld des Bauhaus-Jubiläums 2019: Interview mit Carmen Niebergall, Inhaberin von „tourenreich“ – Architektur- und Kunstreisen Mitteldeutschland, und Sandra Yvonne Stieger, Geschäftsführerin Magdeburg Marketing
Magdeburg bereitet sich auf das Bauhaus-Jubiläum 2019 vor. Ein vielfältiges Programm, Ausstellungen und Veranstaltungen werden die Facetten der einstigen Metropole der Moderne aufleben lassen. Eine ungewöhnliche Art, die Highlights der Magdeburger Moderne bereits jetzt zu entdecken, sind die geführten Fahrrad-Architektouren von Carmen Niebergall, die in Kooperation mit der Tourist Information Magdeburg angeboten werden. Im Interview sprechen Carmen Niebergall und Sandra Yvonne Stieger über das bunte Magdeburg.

Frau Niebergall und Frau Stieger, haben Sie sich im Windschatten des hundertjährigen Bauhaus-Jubiläums 2019 etwas Besonderes einfallen lassen, um Ihren Gästen die Magdeburger Moderne auf Ihren geführten Radtouren nahezubringen?

Carmen Niebergall: Schon seit drei Jahren bin ich mit meinen Angeboten unter www.tourenreich.de sowie www.visitmagdeburg.de präsent und zeige mit dem Fahrrad die außergewöhnlich interessante Magdeburger Moderne. Von Windschatten kann also keine Rede sein, sondern ich gehöre eher zur Ausreißergruppe (lacht). Wer nicht radeln möchte, kann aber auch mit mir spazieren gehen. Auf der Grand Tour der Moderne (100 Jahre–100 Orte) werden 2019 deutschlandweit Architektur und Ausstellungen für Besucherinnen und Besucher aus Anlass von BAUHAUS 100 erlebbar gemacht; in Magdeburg erfahren wir dies schon jetzt.

Sandra Yvonne Stieger: Bereits seit einigen Jahren widmet sich die Landeshauptstadt Magdeburg intensiv ihrem bunten Architekturerbe. Blicken wir einen Moment zurück: Im frühen 20. Jahrhundert wurde Magdeburg zur Stadt des Neuen Bauens. Diesen Ruf hat Magdeburg Bruno Taut zu verdanken, der dort 1921 zum Stadtbaurat berufen wurde. Kennzeichen des neuen Baustils sind intensive Farben und klar gegliederte Anlagen. In diesem Sommer lassen sich die Schätze der Magdeburger Moderne bei den geführten Radtouren wunderbar erradeln und anderweitig entdecken.

Die Teilnehmer der Fahrrad-Architektour „reisen“ in eine Zeit, in der Magdeburg als „Stadt des neuen Bauwillens“ in die Moderne aufbrach. An welchen Sehenswürdigkeiten lässt sich diese Phase des Aufbruchs besonders gut ablesen?

Carmen Niebergall: Ja, Magdeburg hat sein Gesicht durch die Bauten der 1920er Jahre erheblich verändert und damit deutschlandweit Aufmerksamkeit erzielt.  Dies sind besonders die Siedlungen für den sozialen Wohnungsbau, das Stadtparkensemble mit der imposanten Stadthalle von Johannes Göderitz, dem Albinmüller-Turm, dem Pferdetor und den Lichtstelen, die alle in kürzester Zeit für die deutsche Theaterausstellung von 1927 gebaut wurden, die Industriearchitektur der Moderne mit dem Raketenversuch, das Uniklinikum. Es gibt kaum einen Ort in Deutschland, wo sich die Zeitgeschichte weniger Jahrzehnte von der Gartenstadt Reform, die noch vor dem ersten Weltkrieg konzipiert wurde, bis zu einer vielfältigen Siedlungsarchitektur der späten 1920er Jahre so eindrucksvoll ablesen lässt.

Sandra Yvonne Stieger: Eine Besonderheit stellen zweifelsohne die nach englischem Vorbild errichteten Gartenstädte dar. Damit sollte die schlechte Wohnungssituation nach dem Ersten Weltkrieg verbessert werden. Die Blüte der Moderne fand schließlich ihren Höhepunkt in der Deutschen Theaterausstellung 1927 in Magdeburg, die modernes Kunst- und Kulturschaffen in all seinen Facetten abbildete.

Welche Geschichten ranken sich um die farbige Stadt?

Carmen Niebergall: Der Farbenstreit in Magdeburg, Bruno Tauts Aufruf zum Farbigen Bauen und die kreischend bunten Anstriche der Otto-Richter-Straße bieten Geschichten, die lustig sind und zugleich nachdenklich machen. Der Künstler und Architekt Carl Krayl war vielfach mit der Umsetzung betraut. Spektakulär ist seine „Blitzfassade“ in der Otto-Richter- Straße. Euphorisch schrieb er an seine Frau von den künstlerischen Möglichkeiten, die ihm Stadtbaurat Bruno Taut bot, befürchtete aber halb scherzhaft, bald ermordet zu werden, wenn er so weitermachte. Dabei war es bitterer Ernst, denn die ideologischen Auseinandersetzungen der Zeit zwischen den Weltkriegen entzündeten sich wenig später auch an Kunst und Architektur.

Wie passen Bauhaus und die Magdeburger Moderne zusammen?

Sandra Yvonne Stieger: Sachsen-Anhalt brachte nicht nur eine, sondern viele Ideen und Strömungen der Moderne hervor – die Magdeburger Moderne zählt genauso dazu wie die Schule des Bauhauses. Und natürlich gibt es viele Querverbindungen, die zeigen: Es ist ein vielstimmiger Aufbruch in die Moderne gewesen, der Sachsen-Anhalt letztlich zum Land der Moderne gemacht hat.  

Carmen Niebergall: Dem kann ich nur zustimmen. Das Bauhaus war kein singuläres Kunstereignis, wie es oft wahrgenommen wird, sondern eingebunden in seine Zeit. Mitteldeutschland nahm in den 1920er Jahren eine atemberaubende technische Entwicklung. Dies ging einher mit schneller Industrialisierung und Städtewachstum; mit all den Konflikten sozialer und politischer Art, die mit solchen radikalen Veränderungen verbunden sind. Die Vision des Bauhauses war es, einen kreativen und sozial verantwortungsvollen Beitrag zur Lösung dieser Konflikte zu leisten. Die Bauwerke in Magdeburg zeugen von kreativen Köpfen in Architektur, Technik und Kunst im Umfeld des Bauhauses, die in unserer Stadt den Traum von einem besseren Leben Wirklichkeit werden lassen wollten. Und sie zeugen von dem großen Selbstbewusstsein und der Zukunftshoffnung, die mit dieser Zeit des Aufbruchs einhergingen.

Welche Siedlungen des Neuen Bauens zeigen Sie Ihren Teilnehmern?

Carmen Niebergall: Auf der Fahrrad-Architektour „Das Bunte Magdeburg“ stehen die Gartenstadt „Reform“, die einzige Siedlung in der Bruno Taut selbst als Architekt tätig war, die Beims-Siedlung, als mit 2000 Wohnungen größte Siedlung ihrer Zeit, und die Otto-Richter-Straße im Mittelpunkt. Die Radtour „Links und rechts der Elbe“ widmet sich insbesondere den in ihrer Architektur sehr vielfältigen Siedlungen Brückfeld und Cracau.

Fahrrad-Architektouren – Termine und Informationen

2-stündige Fahrrad-Architektour »Das Bunte Magdeburg«:

  • 30. Juni und 4. August 2018 – jeweils um 14 Uhr ab Treffpunkt Domplatz

2-stündige Fahrrad-Architektour »Links und Rechts der Elbe«:

  • 23. Juni, 28. Juli 2018 – jeweils um 14 Uhr ab Treffpunkt Domplatz

Auch Gruppen können sich für beide Touren jederzeit anmelden, oder individuelle Termine mit Carmen Niebergall absprechen.

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