Auf dem Weg zu einem neuen Technikmuseum
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Auf dem Weg zu einem neuen Technikmuseum

Das Technikmuseum Magdeburg rüstet sich für die Zukunft. Museumsleiter Dr. Hajo Neumann und die Agentur Iglhaut & von Grote haben ein Konzept für die künftige Gestaltung, Erweiterung und Nutzung des Hauses entwickelt. Basis dafür ist eine Förderung des Landes. Die Planungen sind nun als Drucksache dem Stadtrat vorgelegt worden, der voraussichtlich am 4. Juni darüber entscheiden wird.

Mehr als „nur“ Exponate: Museum – Planer und Gestalter

Grundgedanke der Agentur Iglhaut & von Grote war die Tatsache, dass Museen in der heutigen Zeit weit über die klassische Museumsarbeit in Erscheinung treten. Das Konzept sieht das Technikmuseum künftig vermehrt als Veranstalter unter anderem für Workshops, Seminare und offene Werkstätten. Ein dringend benötigtes Museumsdepot könnte als Schauplatz genutzt werden und einen Blick über die Schulter der Restauratoren ermöglichen.

Für neue Großexponate und Veranstaltungen soll das Gelände vergrößert werden. So würde die historische Panzergießerei wieder in ihrer beeindruckenden kompletten Länge den Besucher*innen eröffnet werden.

Historische Exponate wie ein alter Wartburg im Technikmuseum Magdeburg
Vitrinenlandschaft im Technikmuseum Magdeburg
Historischer Lastkraftwagen im Technikmuseum Magdeburg

Der Mensch im Mittelpunkt des Zeitgeschehens

Gemeinsam mit dem wissenschaftlichen Beirat entwickelte Dr. Hajo Neumann die Inhalte weiter. Kerninhalt soll weiterhin der Vorführbetrieb historischer Maschinen bleiben. Aber Themen, die derzeit noch zu wenig Aufmerksamkeit erhalten, sollen mehr angesprochen werden. Dazu zählen sozialhistorische Fragen, wie Arbeitsbedingungen und Alltagsleben im Wandel der Zeit, die den Menschen in den Mittelpunkt rücken. Ein Hauptaugenmerk ist die Erläuterung der Zeit vor und nach der historischen Wendemarke von 1989.

Unter dem Arbeitstitel „Schaufenster Wissenschaft und Wirtschaft“ soll die künftige Dauerausstellung den Anschluss zur heutigen Zeit herstellen. Die Hochschule Magdeburg-Stendal, die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und Magdeburger Unternehmen sollen hier die Möglichkeit haben, sich und ihre Arbeit vorzustellen. Auf diese Weise entsteht ein lebendiges, immer wieder neues Bild der Gegenwart. Zeitinseln gliedern die Ausstellung, beleuchten jede Epoche und ermöglichen Vergleiche.

Die neue Ausstellung kann nur mit der Hilfe und Beteiligung von Magdeburg*innen entstehen, die ihre Objekte und Geschichten einbringen sollen. Dafür ist ein etwa 600 Quadratmeter großer Sonderausstellungsbereich geplant. Hier können attraktive Wechselausstellungen und Leihgaben anderer Museen selbst betreut werden. Als erster Meilenstein ist ein Teil der Sonderausstellung „Feeling East“ des Kulturhistorischen Museums im Kulturhauptstadtjahr 2025 geplant.

Historische Motoren und Fluggeräte im Technikmuseum Magdeburg

Konzept reicht zunächst bis 2022

Um die Ziele des Konzeptes zu erreichen, wird dem Stadtrat die Drucksache vorgelegt, welche die weiteren Schritte zunächst bis zum Jahr 2022 beschreibt. Diese Zeitspanne wird benötigt, um unter anderem den Sanierungsbedarf der historischen Panzergießerei seriös zu ermitteln und Förderer für das ehrgeizige Projekt zu begeistern. Auch eine personelle Verstärkung des Technikmuseums ist vorgesehen. Für die Erweiterung des Technikmuseums ist ein Architekturwettbewerb für bauliche und gestalterische Ideen vorgesehen.

Alle Details des Konzeptes sind als Drucksache im Ratsinfosystem einsehbar.

Das Technikmuseum Magdeburg war am 1. Juni 2019 wieder in die Trägerschaft der Landeshauptstadt zurückgekehrt. Zuvor hatten es die Mitglieder des Kuratoriums Industriekultur in der Region Magdeburg e.V. 13 Jahre lang ehrenamtlich und eigenverantwortlich betrieben.

Technikmuseum Kabinett Tenne