25. Magdeburger Telemann-Festtage
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25. Magdeburger Telemann-Festtage „Klangfarben“ vom 13. bis 22. März 2020

Die 1962 gegründeten Magdeburger Telemann-Festtage finden 2020 zum 25. Mal statt! Das Motto „Klangfarben“ passt nicht nur zum Jubiläum, sondern rückt vor allem auch das große und vielfarbige Spektrum an Besetzungsvarianten und Klangwelten in Telemanns Werk in den Blickpunkt.

Umfangreiches Haupt- und Rahmenprogramm

Vom 13. bis 22. März 2020werden insgesamt ca. 500 Künstler aus mehr als 25 Ländern erwartet. Zu den herausragenden musikalischen Ereignissen des zehntägigen Festivals gehören die Konzerte mit so exzellenten, international gefeierten Interpreten wie Gerlinde Sämann (Sopran), Klaus Mertens und Peter Kooij (Bariton), Dorothee Oberlinger (Blockflöte), Dmitry Sinkovsky (Violine, Countertenor), Hille Perl (Viola da gamba), Jean Rondeau (Cembalo) sowie renommierte Klangkörper wie die Akademie für Alte Musik Berlin, die Kölner Akademie, die Rheinische Kantorei und – erstmals in Magdeburg – die Ensembles „Amarillis“ (Frankreich) „Les Passions de L'Ame“ (Schweiz), „Salomon’s Knot“ (Großbritannien) und „Tempesta di Mare“ (USA). Insgesamt werden 27 Konzerte und szenische Darbietungen im Hauptprogramm und mehr als 30 Veranstaltungen im Rahmenprogramm zu erleben sein.

„Das 18. Jahrhundert im Kinofilm“ - Im Rahmen der 25. Magdeburger Telemann-Festtage
Montag, den 10.2., 20.00 Uhr, Studiokino Magdeburg, „Marie Antoinette“
weitere Termine: Mo, 17.2., 24.2., 2.3., 9.3., 16.3., jeweils 20 Uhr

Filmreihe im Studiokino begleitet die 25. Magdeburger Telemann-Festtage
Das 18. Jahrhundert im Kinofilm

In einer Kooperation mit der Städtischen Volkshochschule und dem Studiokino startet am Montag, 10.2., eine spezielle Kinoreihe im Rahmen der 25. Magdeburger Telemann-Festtage. „Das 18. Jahrhundert im Kinofilm“ zeigt Klassiker und Neuproduktionen, deren Sujet im zeitlichen Umfeld von Telemann angesiedelt ist.
Den Auftakt macht Sofia Coppolas Film über die österreichische Erzherzogin und französischen Königin „Marie Antoinette“. Es folgt mit „Mein Name ist Bach“ am 17.2. eine deutsch-schweizerische Produktion mit Vadim Glowna als Johann Sebastian Bach und Jürgen Vogel als junger König Friedrich II. Im 2017 produzierten Streifen „Licht“, der am 24.2. auf dem Programm steht, geht es um die seit früher Kindheit blinde Pianistin und Sängerin Maria Theresia Paradis, die im Hause des berühmten, aber auch umstrittenen Arzt Franz Anton Mesmer zum ersten Mal in ihrem Leben so etwas wie Freiheit erlebt und aufblüht. Mesmer gelingt es tatsächlich, ihr das Augenlicht wiederzugeben, doch die junge Musikerin verliert im Laufe der Behandlung ihre künstlerische Gabe.

Stanley Kubricks Klassiker „Barry Lyndon“, steht am 2.3. auf dem Programm und erzählt die Geschichte eines ebenso armen wie ambitiösen Burschen vom Lande, der mit allen Mitteln in die erlauchten Kreise der Aristokratie emporkommen will. Der legendäre Filmemacher Stanley Kubrick schuf mit „Barry Lyndon“ 1975 einen der ersten modernen Kostümfilme, der die äußerliche Pracht der feudalen Gesellschaft im 18. Jahrhunderts portraitiert. „Angelo“ erzählt am 9.3. die Geschichte eines Zehnjährigen, der mit einer Gruppe junger versklavter Männer aus Afrika nach Europa verschleppt wird. Schnell sprachlich und musisch ausgebildet, wird er als exotischer, aber europäisierter Kammerdiener im Europa der beginnenden Aufklärung herumgereicht, von Adelshaus zu Adelshaus, von Messina bis an den kaiserlichen Hof in Wien. Beschlossen wird die Filmreihe am 16.3. von Miloš Formans Kassenschlager „Amadeus“ aus dem Jahr 1985. Zu allen Filmen gibt es zuvor eine Einführung, gehalten von Heike Heinrich, Dr. Carsten Lange, Lars Johansen und anderen.

Feierliche Eröffnung mit der Verleihung des Telemann-Preises

Feierlich eröffnet werden die Magdeburger Telemann-Festtage am Freitag, 13. März 2020, 16.00 Uhr, im Rathaus mit der Verleihung des Georg-Philipp-Telemann-Preises 2020 der Landeshauptstadt Magdeburg an Prof. Dorothee Oberlinger. Bis zum 20.02.2020 haben interessierte Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, sich für die Veranstaltung anzumelden. Es musiziert das Ensemble KONbarock mit jungen Musikern vom Telemann-Konservatorium Magdeburg, mit dem Dorothee Oberlinger bereits gearbeitet hat.

Im Anschluss an die Preisverleihung besteht um 17 Uhr bei einem Fototermin Gelegenheit, mit der Preisträgerin sowie mit Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff, OB Dr. Lutz Trümper, Laudator Andreas Scholl und dem Leiter des Zentrums für Telemann-Pflege und -Forschung, Dr. Carsten Lange ins Gespräch zu kommen.

 Die renommierte Interpretin wird dann um 19.30 Uhr, gemeinsam mit ihrem Ensemble 1700 das Eröffnungskonzert im Theater Magdeburg (Opernhaus) gestalten.

Premiere am Samstag, 14. März 2020

Die szenische Produktion der 25. Magdeburger Telemann-Festtage widmet sich Telemanns heiteren Intermezzi „Pimpinone“ (Regie: Sandra Leupold, Musikal. Leitung: Georg Kallweit). „Pimpinone“ war das erste Bühnenwerk Telemanns, das in Magdeburg 1928 im Zuge seiner Wiederentdeckung auf die Bühne kam. Heute gehört es zu den bekanntesten und meist gespielten szenischen Werken des Komponisten. Für musikalische Qualität sorgt neben den beiden Solisten Marie-Sophie Pollack und Dominik Köninger die Akademie für Alte Musik Berlin. Premiere ist am Sonnabend, 16.00 Uhr, im Kulturzentrum Moritzhof. Weitere Vorstellungen: So., 15.3., 16.00 Uhr, Fr., 20.3., 19.30 Uhr, Sa., 21.3., 16.00 Uhr.

Unbekannte Werke Telemanns entdecken

Eine Besonderheit der Magdeburger Telemann-Festtage ist es, neben bekannten auch unbekannte oder seit dem 18. Jahrhundert nicht mehr erklungene Werke auf Basis aktueller Forschungsergebnisse aufzuführen. So sind beim kommenden Festival 5 Erstaufführungen sowie eine Europäische Erstaufführung von Telemann-Kompositionen in heutiger Zeit zu erleben. Sechs Studierende der Martin-Luther-Universität Halle haben sich unter der wissenschaftlichen Anleitung von Prof. Dr. Wolfgang Hirschmann intensiv mit Telemanns unerschlossenem Werk beschäftigt. Ihre Neu-Editionen dreier Kantaten erklingen in einem Konzert am Sonnabend, 14.03.2020, 16.00 Uhr, in der Magdeburger Pauluskirche mit dem Kammerchor des Universitätschores Halle und dem Händelfestspielorchester. Das Konzert „Geistliches Singen und Spielen“ wird nicht nur in Magdeburg, sondern auch im Rahmen der „Halleschen Universitätsmusik, bei den Thüringer Bachwochen in Eisenach sowie beim Bachfest in Leipzig aufgeführt und verbindet erstmals diese mitteldeutschen Musikfeste miteinander.

Großbesetzte Instrumentalwerke als glanzvolles Finale

Großbesetzte Instrumentalwerke bilden das glanzvolle Finale der 25. Magdeburger Telemann-Tage. Kompositionen aus den mit der Dresdener Hofkapelle verbundenen Notenbeständen stehen im Mittelpunkt des Abschlusskonzertes am Sonntag, 22.3., 16.00 Uhr, im Opernhaus Magdeburg, darunter Werke von Georg Philipp Telemann und Johann Friedrich Fasch, die eigens für dieses farbig und reich besetzte europäische Ausnahmeorchester in Dresden entstanden sind.

Mit „Tempesta di Mare“ aus Philadelphia gastiert eines der wenigen international erfolgreichen Alte-Musik-Ensembles der USA erstmals in Magdeburg, das zudem aus der Nähe jenes Ortes stammt, an dem bereits zu Telemanns Lebzeiten dessen Musik erklungen ist. Neben virtuosen und stark besetzten Werken mit typisch „Dresdner Sound“ präsentiert das Ensemble erstmals in Europa auch einige unbekannte Suitensätze Telemanns, die in jüngerer Zeit in Dresden wiederentdeckt wurden.

Neue Wege werden mit zwei genreübergreifenden Konzerten beschritten: Das junge Ensemble „4 Times Baroque“ wird in der Insel der Jugend, einem Magdeburger Szene-Club, in einer „Telemann- Lounge“ (improvisierte) Musik des 18. Jahrhunderts mit elektronischen Sounds der Gegenwart mixen (Do., 19. und Fr., 20.3., jeweils 19.30 Uhr).

 Das originelle französische Barock-Ensemble „Amarillis“ hingegen lässt sich von Telemanns „Musique de Table“, unterstützt von Bühnen- und Lichtdesign, zu einer audio-visuellen Reise in fantastische Welten inspirieren: Sa., 21.3., 19.30 Uhr, im Alten Theater.

Internationale wissenschaftliche Konferenz

Aus Anlass der 25. Magdeburger Telemann-Festtage findet am 16. und 17. März 2020 eine Internationale Wissenschaftliche Konferenz zum Thema „Die Überlieferung der Werke Telemanns – Perspektiven der Forschung“ statt. 15 Musikwissenschaftler aus Japan, den USA, Russland und Deutschland sind der Einladung nach Magdeburg gefolgt. Die allen Interessierten offenstehende Tagung wird veranstaltet vom Zentrum für Telemann-Pflege und -Forschung Magdeburg und dem Institut für Musik, Medien- und Sprechwissenschaften der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Abt. Musikwissenschaft. Kooperationspartner ist die Internationale Telemann-Gesellschaft e.V.

Interaktive Ausstellung zu Telemann - toll für junge Musikfans

Im Gartenhaus des Klosterbergegartens wird während des Festivals wieder die interaktive Ausstellung „Hör mal, Telemann!“ angeboten, die anlässlich des Telemannjahres 2017 entstanden ist.

Erstaufführungen von Georg Philipp Telemann in heutiger Zeit

25. Magdeburger Telemann-Festtage 2020

V5
Geistliches Singen und Spielen:
„Ihr Völker, bringet her“ TVWV 1:919
„Was mein Gott will, das gscheh allzeit“ TVWV 1:1529
„Mein Jesu, ist dirs denn verborgen“ TVWV 1:1119

V12
Mein Herz ist voll:
„Wie lieblich sind auf den Bergen“ TVWV 3:61b
„Veni sancte spiritus“ TVWV 3:82

V22
Abschlusskonzert:
Entr'actes TWV deest (einzelne Sätze daraus als europäische Erstaufführung)