Kulturhauptstadt werden - vom Außenseiter zum Gewinner
Hilfsnavigation
Informationen zur Ottostadt TwitterFacebookYoutubeInstagram

Sprachauswahl

Volltextsuche
  • Header otto baut vielfältig
  • Header otto sieht grün
  • Kostümführung mit Kaiser Otto ©Magdeburg Marketing, Andreas Lander
  • Stadtsilhouette Magdeburg ©Andreas Lander
  • Tourist Information, Breiter Weg 22 ©Magdeburg Marketing Foto:Andreas Lander
  • Header otto_ist_einzigartig ©Andreas Lander
  • Header otto_tanzt_gern ©Andreas Lander
Seiteninhalt

Vom Außenseiter zum Gewinner

Insgesamt 186.552 Schritte zeigt die Fitness-App beim Delegationsbesuch in Leeuwarden, friesisch Ljouwert, eine Stadt in der niederländischen Provinz Friesland. Das sind über 15.000 Schritte x 12 Personen, die aktiv zu Besuch in der diesjährigen Kulturhauptstadt Europas waren und die Stadt erkundeten.

LEEUWARDEN UND VALETTA 2018

Es ist beinahe ein ungeschriebenes Gesetz: Wer Kulturhauptstadt werden möchte, besucht die gegenwärtigen Titelträger – um Fragen zu stellen, Kontakte zu knüpfen und um zu sehen, was es denn am Ende bedeutet, wenn der Titel tatsächlich gewonnen ist. In dieser Mission reiste Mitte Mai eine Delegation, bestehend aus Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper, den Beigeordneten für Kultur, Schule und Sport, Wirtschaft, Tourismus und regionale Zusammenarbeit, Umwelt, Personal und Allgemein Verwaltung sowie Finanzen und Vermögen und den Mitarbeitern des Kulturhauptstadt-Büros, nach Leeuwarden – in jene malerische Stadt im niederländischen Friesland, die 2018 neben Valetta auf Malta Kulturhauptstadt Europas ist.

ZU GAST BEI FREUNDEN

Wöchentlich pilgern Delegationen aus ganz Europa in die Stadt, heiß auf Praxisberichte und gute Ratschläge. Sie zu empfangen, ist Ehrensache. Schließlich basiert das Kulturhauptstadt-Projekt auf Vernetzung – die Zusammenarbeit der früheren, gegenwärtigen und zukünftigen Kulturhauptstädte wird von der EU explizit eingefordert. Tamás Szalay zum Beispiel, Leiter der Magdeburger Bewerbung, hatte als Vertreter der Kulturhauptstadt Pécs eben jene Leeuwardener beraten, bei denen er jetzt am Tisch saß. Was also können wir von den Leeuwardenern lernen?

Delegationsreise Leeuwarden Mai 2018 (c)Andrea Jozwiak (19)

Von europäischer Relevanz

Leeuwarden war der klare Außenseiter der Bewerbungsphase: Wie sollte sich das kleine Städtchen mit seinen 108.000 Einwohnern und seiner ländlichen Umgebung, in das sich selten ein nationaler Pressevertreter verirrte, gegen Konkurrenten wie Den Haag, Maastricht oder Utrecht durchsetzen?

Das Erfolgsrezept bestand in der konsequenten Suche nach Themen, die in Leeuwarden unter den Nägeln brennen, aber Relevanz für ganz Europa besitzen: „Natur und Kultur“ problematisiert den Verlust an Biodiversität und damit einhergehend an kultureller Diversität. „Stadt und Land“ untersucht die Entfremdung der Städter von natürlichen Produkten sowie die die massive Abwanderung der Landbewohner in die Städte. „Gemeinschaft und Diversität“ fragt, wie Menschen verschiedener Herkunft in einer Gemeinschaft zueinander finden können, ohne ihre eigenen Wurzeln zu verleugnen. Mit dieser Schwerpunktsetzung war bewiesen: Das kleine Leeuwarden ist von europäischer Dimension.

Starke Allianz

Im Gegensatz zur Umgebung Magdeburgs ist die Region um Leeuwarden historisch gewachsen. Elf Städte und Städtchen vereinten ihre Kräfte zur gemeinsamen Bewerbung unter Führung der Provinzhauptstadt. Augenfälliges Symbol dieses alten, neuen Zusammenhalts ist heute das Kulturhauptstadt-Projekt „11Fountains“, für das an allen elf Orten durch internationale Künstler und unter Beteiligung der Bevölkerung neue Brunnen errichtet wurden.

Gruppenbild Delegationsreise Leeuwarden Mai 2018 (c)Andrea Jozwiak (10)

Ziel: Eine offene Gemeinschaft

Der zweite Baustein der Bewerbung bestand in einer eingängigen Analyse der Mentalität der Friesen. Schnell kam man auf den Begriff „Gemeinschaft“ (niederländisch „mienskip“), der in Friesland eine besondere Bedeutung einnimmt: Da geht es um bürgerschaftliches Engagement, um gemeinsame Projekte, die aus der Community heraus entstehen und mit gegenseitigem Respekt und persönlicher Verantwortlichkeit realisiert werden. Das Bewerbungsteam erweiterte den Begriff um eine wesentliche – bisher noch fehlende – Komponente: aus „mienskip“ sollte „iepen mienskip“ werden, also eine offene Gemeinschaft, die nicht nur im eigenen Saft schmort, sondern auch fremde Einflüsse zulässt. Das nachhaltige Ziel der Bewerbung war formuliert – und überzeugte die EU-Jury.

Nach dem Titelgewinn setzte man das „mienskip“-Prinzip auch bei der Programmentwicklung konsequent um: Neben den rund 60 Hauptprojekten und 200 Aktivitäten, die das Kulturhauptstadt-Büro verantwortet, unterstützt man 300 „mienskip“-Projekte. Diese wurden ohne finanzielle und inhaltliche Unterstützung vollständig von Bürgern konzipiert und durchgeführt – und machen aus den Menschen vor Ort unentbehrliche Akteure des EU-Projekts Kulturhauptstadt.

Beginn einer neuen Ära

Und, wie fühlt es sich letztendlich an, Kulturhauptstadt zu sein?

„Der Titel hat zehnmal mehr gebracht, als ich vor zehn Jahren gedacht hätte“, sagt Bürgermeister Ferd Crone beim Empfang im Leeuwardener Rathaus und beschreibt den gesteigerten Tourismus, das erhöhte Selbstvertrauen der Bürger und das immense Interesse der internationalen Presse.

„Selbst in der deutschen Tagesschau war zu hören: Leeuwarden ist das neue Amsterdam“, lächelt er. Geht man durch die Stadt mit ihren zahllosen Kneipen und alternativen Lädchen, kann man sich kaum vorstellen, dass es sich einst um ein verschlafenes Nest gehandelt haben soll, wie es Programmmanager Jurjen van der Weg beschreibt: „Wir waren eine Stadt, die um zwölf Uhr mittags zu leben begann. Jetzt sind wir eine Stadt, in der schon früh um acht Menschen mit einem Stadtplan durch die Gassen laufen und sich ihren Weg durch die Kulturhauptstadt bahnen.“

Dass das auch nach dem Titeljahr so bleibt, ist sich Oeds Westerhof, der schon die Bewerbung verantwortet hatte, sicher: „Die Kulturhauptstadt ist für uns der Beginn einer neuen Ära in unserer Geschichte.“ Das sollte Motivation genug auch für Magdeburg sein.

INFOKASTEN

Am 12. Juni um 19.00 Uhr lädt das Kulturhauptstadt-Büro alle Interessenten zum nächsten Kulturgespräch in den Kubus 2025, Fürstenwallstraße 11, 39104 Magdeburg (hinter dem Kloster Unser Lieben Frauen) ein, wo in lockerer Atmosphäre bei Getränken und Snacks über Leeuwardens Weg zur Kulturhauptstadt berichtet wird. Wer bereits 18.30 Uhr kommt, kann sich vorab über den Stand Magdeburgs in der Bewerbung zur Kulturhauptstadt 2025 informieren.

De Oldehove ist ein unvollendeter Kirchturm im mittelalterlichen Stadtzentrum von Leeuwarden. (c) Andrea Jozwiak

Wie ist das Wetter?

fewclouds_night
18 °C
Wind
13 km/h
Luftfeuchte
60%
Luftdruck
1019 hPa
Niederschlag
---
Sonnenaufgang
06:04 Uhr
Sonnenuntergang
20:27 Uhr
Stand: 20.08.2018 00:45 Uhr
Output erzeugt: 20.08.2018 00:45:06

Veranstaltungen

Terminsuche
 

Übernachtungsfinder

Achtung: Ihre Daten werden an eine externe Webseite weitergeleitet.

Virtueller Stadtrundgang

Virtueller Stadtrundgang

Imagefilm

Postkarte zum Imagefilm

Favoriten Aktuelle Seite zu eigenen Favoriten hinzufügen

- Anzeigen -