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Veranstaltungen in der Stadtbibliothek

Bausteine der Magdeburger Moderne – Eine Stadt blüht auf

Die Bauhausepoche ist das Thema der Ausstellung „Bausteine der Magdeburger Moderne – eine Stadt blüht auf“, die bis Ende Juli nun auch in der Stadtbibliothek Station macht. Am Mittwoch, 19. Juni, wird die informative Schau über die städtebaulichen Impulse in der Zeit der Weimarer Republik um 16 Uhr in der Zentralbibliothek, Breiter Weg 109, im Beisein von Vertretern städtischer Wohnungsbaugesellschaften eröffnet.

In den 1920er-Jahren wurde modern, farbig, sozial und – in die Zukunft des 21. Jahrhundert gebaut. Licht, Luft und Sonne, die Lage zur Elbe und zur Altstadt bestimmten die Ausrichtung der Siedlungen. Magdeburg als Hauptstadt der preußischen Provinz Sachsen trug selbst voller Stolz den Beinamen „Stadt des Neuen Bauwillens“.

Grundsätzlich war das Neue Bauen in Deutschland eine Bewegung in der Architektur und im Städtebau in der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg bis in die Zeit der Weimarer Republik, etwa von 1910er bis in die 1930er-Jahre.

Aus Magdeburg kamen mit den zahlreichen neu entstandenen Wohnsiedlungen pragmatische Impulse für die in Deutschland vom Bauhaus Dessau experimentell geformte Bewegung … insgesamt 17 überwiegend genossenschaftliche Siedlungen der Magdeburger Moderne, die teils schon vor dem 1. Weltkrieg begonnen wurde. Der Mensch war/ist Maßstab der Genossenschaften, des sozialen Wohnungsbaus der 20iger Jahre.

In dem jetzt vorliegenden Buch und in der Wanderausstellung mit 24 doppelseitigen Tafeln werden sechs davon

  • Angersiedlung
  • Curiesiedlung
  • Gartenstadt-Kolonie Reform     
  • Hermann-Beims-Siedlung
  • Siedlung Cracau                           
  • Siedlung Westernplan

vielseitig betrachtet (die Wanderausstellung wurde zu Jahresbeginn erstmalig im Rathaus gezeigt).
Die Publikation  sowie die Ausstellung sind ein spezieller Beitrag – modern, farbig, sozial - zum Bauhaus-Jubiläum 2019 und zur Bewerbung Magdeburgs als Kulturhauptstadt Europas 2025. Unterstützt wurde dieser Beitrag von den heutigen  Siedlungseigentümern

  • WG 1893 eG
  • GWG Reform eG
  •  WOBAU mbH  

Inhaltlich und formal orientieren sich die  Herausgeber und Autoren Dr. Eckhart W. Peters / Karl-Heinz Kaiser an die 2008 von Erfolg gekrönte Bewerbung der  Siedlungen der Berliner Moderne für die Aufnahme in die Welterbe-Liste der UNESCO.  Die Wohnanlagen wurden zwischen 1913 und 1934 im Stil des Neuen Bauens entworfen und errichtet. Bruno Taut hatte daran erheblichen Anteil. Maßstäbe für ganz Deutschland setzte damals die von der Kommune und der Oberbürgermeister Hermann Beims realisierte Großsiedlung in der Wilhelmstadt, die spätere Hermann-Beims-Siedlung. Die Magdeburger Siedlungen, die weitgehend von Kriegszerstörungen verschont blieben, stehen denen in Berlin in baulicher und sozialer Qualität nicht nach. Der verantwortungsvolle Umgang der Magdeburger Wohnungsbauunternehmen  mit diesen Denkmälern bis in die Jetztzeit zu deren moderner Wohnnutzung und deren stadtbildprägender Erhalt haben den Gedanken  nach einer Einordnung /Ergänzung in das erweiterte Berliner Weltkulturerbe geboren.

In Magdeburg sind die Wurzeln von Bruno Taut – auch die geistigen. Die Authentizität einer jeden Siedlung ist bestimmend – keine gleicht der anderen. In zahlreichen Publikationen   auch im Dialog mit Fachkollegen  und den Bürgern Magdeburgs suchte er Lösungen im ästhetischen und sozialen  Sinne – und fand sie.

Von Magdeburg nimmt ein Frühlicht seinen Lauf

Im Buch und  in der Ausstellung zu den sechs  außergewöhnlichen Magdeburger 20er-Jahre-Siedlungen kommen Architekturexperten und Genossenschaftsvorstände, Bewohner und Politiker, Wohnungsverbände und Denkmalpfleger zu Wort. Dokumentiert wird der Verdienst, der Stolz der Genossenschaften und der WOBAU mbH, deren Anliegen es ist, ihre Schätze zeigen zu wollen. In Interviews ist zu erfahren, wie dieses Potenzial für heutiges Wohnen im Ballungszentrum Magdeburg erhalten, verbessert, auf die heutige Moderne ausgerichtet wird.

 
Die faktenreiche bebilderte Rückschau ist verbunden mit dem Ausblick in eine sichere Wohnzukunft  in Magdeburg. Es  ist  ein Betrag,  den Stolz auf die eigene Genossenschaft und auf die WOBAU mbH zu fördern, das Zusammengehörigkeitsgefühl in den Siedlungen und Häusern  in Magdeburg zu vertiefen … ganz im Sinne

Architektur ist gefrorene Musik, in Magdeburg TAUT`s

Ausklang der Fontane-Reihe mit dem Wortkünstler Hans-Henning Schmidt „Der Jahrhundertgänger“

Den Schlusspunkt in der Veranstaltungsreihe zur Erinnerung an Theodor Fontane, mit der die Stadtbibliothek den 200. Geburtstag des Schriftstellers in diesem Jahr würdigt, setzt am kommenden Mittwoch der Rhetoriker und Rezitator Hans-Henning Schmidt. In seinem Vortrag „Der „Jahrhundertgänger“ zeichnet der Hallenser Wortkünstler am 19. Juni im 16 Uhr in der Zentralbibliothek am Breiten Weg ein pointiertes Porträt der noch immer populären Ikone der preußischen Literatur.

In Form des von ihm entwickelten kurzweiligen und heiteren „LITERAtainment“ beleuchtet Hans-Henning Schmidt Theodor Fontane als konservativen Preußen, der zugleich weltläufig war. Ehrlich und unbestechlich, ist der Literaturkenner überzeugt, spiegelte Fontane als Lebenskünstler und Menschenkenner seine Zeit. Auszüge aus Fontane-Klassikern wie „Effi Briest“ und „Der Stechlin“ werden von dem eindrucksvollen Sprecher ebenso vorgetragen wie Gedichte, Balladen und scharfzüngige Theaterkritiken. Zwischendurch runden kleine Anekdoten und hintergründig-humorvolle Beobachtungen zum wechselvollen Leben und dem vielschichtigen Werk Fontanes den Vortrag ab.
Alle interessierten Leser und Besucher sind herzlich zum Vortrag „Der Jahrhundertgänger“ von Hans-Henning Schmidt am 19. Juni um 16 Uhr in der Stadtbibliothek, Breiter Weg 109, willkommen. Der Eintritt ist frei.