Der Fährmann
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Der Fährmann von Eberhard Roßdeutscher
Der Fährmann von Eberhard Roßdeutscher

Direkt vor uns liegt nun eine weitere Plastik von Eberhard Roßdeutscher: „Der Fährmann“ befindet sich auf einer hohen Steinsäule, bestimmt drei bis vier Meter über unseren Köpfen. Wir müssen das Kunstwerk, zu dem auch noch fünf kleinere Steinplastiken gehören, erst einmal von Weitem erfassen.

Dann gehen wir näher heran und entdecken auf den kleineren Steinsockeln verschiedene Motive. Das Kunstwerk zeigt nämlich Szenen aus dem Opernintermezzo „Pimpinone“. Das musikalische Lustspiel von Georg Philipp Telemann wurde 1725 am Theater des Hamburger Gänsemarktes uraufgeführt. Das Werk war Telemanns größter Bühnenerfolg und erzählt die Geschichte von einem alten reichen Mann, der von einer jungen Frau umgarnt und an der Nase herumgeführt wird.

Im 19. Jahrhundert verschwand das Werk von den Bühnen und geriet in Vergessenheit. Im Zuge der Telemann-Renaissance im 20. Jahrhundert wurde es wiederentdeckt und entsprechend gewürdigt. Gemunkelt wird, dass Telemann den Stoff aufgrund eigener schlechter Erfahrungen mit seiner zweiten Frau aufgriff. 1714 hatte der damals über 30-Jährige die gerade mal 16 Jahre alte Maria Catharina Textor geheiratet. Nach 20 Ehejahren und neun gemeinsamen Kindern, ließ sich das Paar scheiden. Als Gründe werden Ehebruch oder Glücksspiel vermutet – Maria Catharina soll dabei eine große Summe Geld verloren haben. Wer sehen möchte, wie Eberhard Roßdeutscher diese Betrugsthematik umgesetzt hat, sollte sich das Kunstwerk einmal anschauen.

Das junge raffinierte Mädchen und der alte reiche Mann
Das junge raffinierte Mädchen und der alte reiche Mann