Siedlungen der Magdeburger Moderne
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Siedlungen der Magdeburger Moderne

30.10.2019
11:00 Uhr bis 17:00 Uhr

Lage im Stadtplan

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Elbwelle
Hinsichtlich der Großsiedlungen ragt Magdeburgs Bauvolumen und Innovationsgrad weit über alle deutschen Städte hinaus. Auch heute und gerade nach umfänglichen Rekonstruktionen begeistern diese Siedlungsbauten durch Form und Farbe.

Die ersten Kommunalwahlen in Magdeburg in der Weimarer Republik schaffen stabile politische Verhältnisse. Der überzeugte Sozialdemokrat Hermann Beims wird ohne Gegenstimme zum Oberbürgermeister gewählt und bleibt bis 1931 im Amt. 1921 kommt Bruno Taut, Vertreter einer jungen und unkonventionellen Architektengeneration, als Stadtbaurat nach Magdeburg. Taut ist ein Vordenker, ein Visionär, ein Phantast, der im Bereich von Architektur und Stadtplanung die Weichen stellt für Magdeburg als „Stadt der Moderne“, „Stadt des Neuen Bauens“ und als „Bunte Stadt“. Sein bis 1923 entwickelter Generalsiedlungsplan prägt die Magdeburger Stadtentwicklung über Jahrzehnte und teilweise bis heute. Taut gelingt es einen jungen, engagierten Mitarbeiterstab um sich zu versammeln und an die Stadt zu binden, so dass seine Ideen über seine eigene Tätigkeit hinaus in Magdeburg weiterwirken. Hierzu gehören Konrad Rühl, Gerhard Gauger, Willy Zabel, Carl Krayl, Johannes Göderitz und Xanti Schawinsky. Taut selbst geht bereits 1924 nach Berlin zurück.

Weil in Magdeburg wie vielerorts großer Wohnungsmangel herrscht, engagiert sich die Kommune für den Wohnungsbau in bislang nicht dagewesenem Ausmaß. Sie finanziert und fördert ihn u.a. durch eine neu eingeführte Hauszinssteuer und die Gründung eines Vereins für Kleinwohnungswesen, der schon bald als Bauherr aktiv wird. Trotz Inflation und Wirtschaftskrise entwickelt die Stadt über viele Jahre ein aktives Baugeschehen, das seinesgleichen in Deutschland sucht. In dieser Zeit gebaute Siedlungen setzen sowohl gestalterisch als auch funktional neue Maßstäbe im sozialen Wohnungsbau und bieten ihren Mietern gesunde, gut belichtete und belüftete Wohnungen mit klar definierten Raumfunktionen und attraktiv gestaltetem, begrüntem und zur Selbstversorgung geeignetem Wohnumfeld. Dekoration wird ersetzt durch klare Linien, kubische Baukörper und Farbe an den Fassaden und in den Wohnungen.

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