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Botschafter der Vereinigten Staaten von Amerika trug sich in das Goldene Buch der Landeshauptstadt ein - Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper empfing S. E. Philip D. Murphy in Magdeburg
S.E. Philip Dunton MurphyMagdeburgs Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper empfing am 7. Februar im Alten Rathaus den US-Botschafter S. E. Philip D. Murphy. Bei seinem Besuch trug sich der Diplomat in das Goldene Buch der Landeshauptstadt Magdeburg ein.

Philip D. Murphy weilt heute auf Einladung des Leipziger US-Generalkonsulates in Magdeburg, um sich vor Ort einen Eindruck von aktuellen Technologien und Forschungsvorhaben in der sachsen-anhaltischen Landeshauptstadt zu verschaffen. Im Rahmen seines Besuchs in Magdeburg hatte der Botschafter am Vormittag bereits das Müllheizkraftwerk Rothensee, das Fraunhofer-Institut und das Universitätsklinikum besucht. Hier informierte er sich über innovative Verfahren aus Zukunftsbereichen wie erneuerbare Energien, Visualisierungstechnik und Mikrotherapie. Am Nachmittag trifft er noch zu einem Gespräch mit Landesbischöfin Ilse Junkermann zusammen.

Der studierte Wirtschaftswissenschaftler Murphy ist seit September 2009 Botschafter der USA in Deutschland. Zuvor war er lange Jahre in leitenden Positionen für die US-Investment Firma Goldman Sachs in den USA und Deutschland tätig. 2006 wurde er zum Schatzmeister der US-Demokraten und war als solcher maßgeblich am Wahlkampf Barack Obamas 2009 beteiligt.

Murphy gilt als enger Vertrauter des Präsidenten. In seiner Wahlheimat New Jersey engagierte sich der Demokrat stark für soziale, kommunale und gemeinnützige Themen und Projekte vor allem in den Bereichen Bürgerrechte, Bildung, Stadtentwicklung und Umweltschutz. Als großer Fußballfan unterstützt er besonders den Frauenfußball. Der Diplomat ist verheiratet und hat vier Kinder. In seiner Funktion als Botschafter setzt er sich vor allem für die junge Generation ein, die künftig Nachhaltigkeit und Bestand der transatlantischen Beziehungen garantieren soll.

Mit Philip D. Murphy verewigte sich bereits zum sechsten Mal ein Botschafter der USA im Goldenen Buch der Landeshauptstadt. Vor ihm unterzeichneten dort bereits Vernon A. Walters am 4. März 1991, Robert M. Kimmit am 24. Februar 1992, Charles E. Redman am 13. März 1995, John E. Kornblum am 14. Oktober 1999 und Daniel R. Coats am 30. Mai 2002.

Magdeburg pflegt mit den USA gute und intensive Beziehungen. Die zahlreichen bestehenden Kontakte und Freundschaften sind unter anderem Ergebnis der seit 2003 währenden Städtepartnerschaft mit Nashville Tennessee. Im Rahmen der Partnerschaft fanden bereits viele Jugendaustausche und Kooperationen in unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen wie Theater, Musik, Geschichte und Politik statt.

Neben Mitarbeitern der beiden Stadtverwaltungen sowie von Vereinen, Unternehmen und zahlreichen Privatpersonen hat sich besonders das in Magdeburg ansässige Deutsch-Amerikanische Dialogzentrum für die Städtepartnerschaft engagiert.

Regen Austausch zwischen den USA und Magdeburg gibt es auch auf akademischer Ebene. So unterhält die Hochschule Magdeburg-Stendal Kooperationsbeziehungen mit fünf, die Otto-von-Guericke-Universität sogar mit acht amerikanischen Partnerhochschulen. Im Mittelpunkt der Zusammenarbeit stehen der Studentenaustausch, Sommerschulen und auch gemeinsame Forschungsprojekte.

Auch im Magdeburger Sport sind die USA präsent. Einer der besten Torjäger des FCM, Christopher Wright, stammt aus den Vereinigten Staaten.

In der wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit Deutschland sind die USA vor allem an Umwelttechnik und erneuerbaren Energien interessiert. Da es sich auch um Magdeburger Schwerpunktbranchen handelt, liegen hierin Potentiale für weitere Austausch- und Kooperationsmöglichkeiten.

Hintergrundinfos zum Goldenen Buch der Landeshauptstadt Magdeburg

Das Goldene Buch der Stadt gibt es seit 1931. Eingerichtet wurde es während der Amtszeit von Oberbürgermeister Hermann Beims. Mitglieder des Magistrats trugen sich am 10. Mai 1931 als Erste in das Buch ein.

Die Einträge aus der Zeit zwischen 1931 und 1949 sind nicht mehr auffindbar. Von 1949 bis 1985 gab es ein Erinnerungsbuch, in das sich Gäste der Stadt eintrugen. Seit 1985 wird das Goldene Buch in der Tradition von 1931 weitergeführt. Der Eintrag ist eine besondere Ehrung für Personen, die die Stadt besuchen oder sich in besonderer Weise um Magdeburg verdient gemacht haben.

Zu den Persönlichkeiten, die sich im Goldenen Buch eingetragen haben, gehören Politiker wie die früheren Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker, Roman Herzog und Johannes Rau, die langjährigen Bundeskanzler Dr. Helmut Kohl und Gerhard Schröder, die ehemaligen Präsidenten des Deutschen Bundestages Prof. Dr. Rita Süßmuth und Wolfgang Thierse, frühere Bundesminister wie Hans-Dietrich Genscher, Theo Waigel und Wolfgang Tiefensee, ehemalige Ministerpräsidenten wie Gerhard Glogowski, Oskar Lafontaine und Wolfgang Böhmer sowie zahlreiche Botschafter aus der ganzen Welt.

Im Goldenen Buch verewigt haben sich außerdem die ehemalige Generalbundesanwältin Monika Harms, der langjährige Vorsitzende des Zentralrates der Juden in Deutschland Ignatz Bubis, frühere und heutige Oberbürgermeister der Magdeburger Partnerstädte wie Werner Steffens und Dr. Gert Hoffmann (Braunschweig) sowie Bill Purcell (Nashville), die Magdeburger Ehrenbürger Igor Belikow, Heinz Gerling und Dr. Willi Polte, frühere Magdeburger Bürgermeister und Beigeordnete wie Bernhard Czogalla, Dieter Steinecke, Susanne Kornemann-Weber, Werner Kaleschky, Beate Bröcker und Dr. Klaus Puchta, die Ehrenstadträte Frithjof Berfelde, Prof. Reinhold Krampitz, Rainer Löhr, Martin Hoffmann, Gerhard Heinl, Johannes Rink, Eberhard Seifert, Hans-Werner Brüning, Gerald Grünert und Walter Meinecke, der Ehrenortschaftsrat Prof. Adolf Lingener sowie 21 ehemalige Magdeburger jüdischen Glaubens, darunter die Schriftstellerin Nomi Rubel.

In den zurückliegenden Jahren wurden mit einer Eintragung im Goldenen Buch auch der Sohn von Ernst Reuter, Edzard Reuter, der langjährige Bischof Leo Nowak, die mit dem Preis der Lutherstädte "Das unerschrockene Wort" geehrte Österreicherin Gertraud Knoll, der nach dem Volksaufstand vom 17. Juni 1953 verfolgte und inhaftierte Magdeburger Horst Linowski, der erste Deutsche im Weltall Sigmund Jähn, die UNO-Friedensbotschafterin und Schimpansenforscherin Jane Goodall sowie erfolgreiche Sportler wie die Olympiasieger Dagmar Hase, Andreas Ihle, Manuela Lutze, André Willms und Mark Zabel, die Handballer des SC Magdeburg, der Fußball-"Kaiser" Franz Beckenbauer, die Boxweltmeister Natascha Ragosina, Regina Halmich und Sven Ottke und der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes Dr. Theo Zwanziger geehrt.

Auch Künstler und Kulturschaffende wie der Schauspieler Heinz Rühmann, der weltberühmte jüdische Pianist und Magdeburger Ehrenbürger Menahem Pressler, die Telemann-Preisträger Prof. Dr. András Székely und Nikolaus Harnoncourt, der Glasgestalter Reginald Richter und der Generalmusikdirektor a. D. Roland Wambeck bereichern mit ihren Eintragungen das Goldene Buch der Landeshauptstadt Magdeburg ebenso wie besonders engagierte Bürger wie der 2010 verstorbene ehemalige Vorsitzende der Magdeburgischen Gesellschaft von 1990 e.V. Hans P. H. Schuster, der Vorsitzende der Seniorenvertretung Siegfried Brosza und Dr. Rotraud Tönnies von der Bürgerinitiative Olvenstedt.
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