Magdeburg blogt über Telemann - Beitrag vom 22. Juni 2017
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22. Juni 2017 – Zur Erinnerung an Georg Philipp Telemann
In genau drei Tagen, nämlich am 25. Juni, jährt sich der Todestag des berühmten Magdeburger Komponisten zum 250. Mal. Seit Beginn des Jahres zeigen ihm zu Ehren zahlreiche und in ihrer Form ganz unterschiedliche Veranstaltungen, wer Telemann war und was ihn auch heute noch so bedeutend macht. Doch wir feiern den berühmten Komponisten nicht nur bei uns in Magdeburg, sondern auch in anderen Orten, die wichtige Stationen in seinem Leben waren.

Das so entstandene Netzwerk aus insgesamt zehn Städten – neben Magdeburg gehören Clausthal-Zellerfeld, Hildesheim, Leipzig, Żary, Pszczyna, Eisenach, Frankfurt am Main sowie Hamburg und Paris dazu – wäre ganz im Sinne Telemanns gewesen. Er selbst hatte sich Zeit seines Lebens ein großes Beziehungsnetzwerk in ganz Europa aufgebaut und damit den so wichtigen Austausch befördert. Telemann – ein musikalischer Kosmopolit mit Strahlkraft weit über unsere Stadtgrenzen hinaus.

Um eben diesen modernen Europäer gebührend zu würdigen, gibt es in unserer Stadt verschiedene Erinnerungsstätten. Und diese sind ebenso verstreut und vielseitig, wie einst das Netzwerk seiner Kontakte. Hat sich in unserem letzten Beitrag noch alles um den jungen Georg Philipp Telemann gedreht, machen wir auf unserer heutigen Reise ein paar Sprünge durch die Zeit seines Erwachsenenlebens – die Zeit, in der sich seine Strahlkraft schon voll entfaltet hatte. In Gedenken an seinen Todestag besuchen wir heute drei Erinnerungsorte:

Wir befinden uns am Magdeburger Dom und laufen über den Platz wieder zurück auf der Regierungsstraße, doch diesmal nicht bis zum Ende. Denn vorher biegen wir in die Große Klosterstraße ein und sehen schon von Weitem unsere erste Station.

Telemann und die vier Temperamente

Telemann und die vier Temperamente von Eberhard Roßdeutscher
Telemann und die vier Temperamente von Eberhard Roßdeutscher

Auf großen schlanken Säulen, die an Orgelpfeifen erinnern, sind Telemann und vier Frauen zu sehen. Wir gehen näher heran und entdecken, dass der Komponist einen Dirigentenstab in der Hand hält und die Damen um ihn herum auf ganz unterschiedliche Weise zu dirigieren scheint.

Die Figurengruppe „Telemann und die vier Temperamente“ steht seit 1981 an diesem Platz, direkt gegenüber dem Kloster Unser Lieben Frauen. Der Bildhauer Eberhard Roßdeutscher hatte das Kunstwerk anlässlich des 300. Geburtstages Telemanns gestaltet.

Die Lehre von den vier Temperamenten stammt bereits aus der Antike und nicht nur Telemann hatte sich mit ihr beschäftigt, sondern auch andere Komponisten wie Johannes Brahms oder Carl Nielsen. Auch in der Literatur ist dies ein viel bearbeiteter Stoff und sogar die moderne Persönlichkeitspsychologie orientiert sich an ihr. Die antike Lehre teilt nämlich die Menschen nach ihrer Grundwesensart in vier Temperamente ein: die Sanguiniker, die Choleriker, die Melancholiker und die Phlegmatiker. Um es euch zu verdeutlichen, dient das Gleichnis mit dem Stein.

Stellt euch vor, ein großer Stein versperrt euch den Weg. Lasst ihr euch davon nicht beirren und springt oder klettert über ihn hinweg, gehört ihr zu der Gruppe der Sanguiniker. Geratet ihr jedoch in Rage und versucht womöglich, den Stein mit eigener Kraft aus dem Weg zu räumen, seid ihr wohl Choleriker. Die Phlegmatiker unter euch versuchen, dem Problem aus dem Weg zu gehen – wortwörtlich machen sie einen großen Bogen um den Stein herum. Die Melancholiker hingegen werden beim Anblick des Steins ihren Weg in Frage stellen und sich traurig auf den Stein setzen, um nachzudenken und ihr Vorhaben zu reflektieren.

Ebenso unterschiedlich wie die menschlichen Gemüter präsentieren sich auch die vier Frauen um Telemann herum. Zwei von ihnen stehen, die anderen beiden liegen und jede von ihnen nimmt eine andere Haltung ein. Geht doch mal vorbei und rätselt mit, welche der Damen welches Temperament verkörpert.

Telemann dirigiert umgeben von vier Frauenfiguren
Telemann dirigiert umgeben von vier Frauenfiguren
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Wir laufen weiter und nehmen die Abkürzung durch den kleinen Park am Prämonstratenserberg. Unser nächstes Ziel ist nämlich das Alte Rathaus. Wir überqueren die Ernst-Reuter-Allee und gehen auf der Hartstraße direkt darauf zu. Diesmal müssen wir jedoch etwas näher heran, um Telemann zu entdecken.

Telemann und die Muse

Auf der historischen Rathaustür, die heute nicht mehr als Eingang genutzt wird, hat der Künstler Heinrich Apel die Geschichte Magdeburgs auf insgesamt 14 verschiedenen Bronzeplatten verewigt. Und wer darf da natürlich nicht fehlen? Richtig, Georg Philipp Telemann. Wir stehen direkt vor der großen und eindrucksvollen Tür und finden den Komponisten auf eine der unteren Platten auf der linken Seite.

„Telemann und die Muse“ wird dieser Teil der Tür genannt. Zu sehen ist der Musiker vor einem Dirigentenpult und die Muse, die als Engel vom Himmel kommt, reicht ihm ein Instrument – wahrscheinlich eine Viola oder Violine. So von der Muse geküsst, komponierte Telemann viele seiner berühmten Stücke. Seit 1970 wird an dieser präsenten und wichtigen Stelle der Stadt an den Magdeburger Komponisten erinnert.

Bronzene Rathaustür gestaltet von Heinrich Apel
Telemann und die Muse
Die Rathaustür besteht aus 14 Bronzeplatten, die die Geschichte Magdeburgs zeigen.

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Vier Jahre später kam ein weiteres Kunstwerk hinzu. Dafür müssen wir nun zur Elbuferpromenade, am besten über die Johannisbergstraße und über das Schleinufer hinweg. Wir laufen links am Fahnenmonument vorbei und auf die Promenade.

Der Fährmann

Der Fährmann von Eberhard Roßdeutscher
Der Fährmann von Eberhard Roßdeutscher

Direkt vor uns liegt nun eine weitere Plastik von Eberhard Roßdeutscher: „Der Fährmann“ befindet sich auf einer hohen Steinsäule, bestimmt drei bis vier Meter über unseren Köpfen. Wir müssen das Kunstwerk, zu dem auch noch fünf kleinere Steinplastiken gehören, erst einmal von Weitem erfassen.

Dann gehen wir näher heran und entdecken auf den kleineren Steinsockeln verschiedene Motive. Das Kunstwerk zeigt nämlich Szenen aus dem Opernintermezzo „Pimpinone“. Das musikalische Lustspiel von Georg Philipp Telemann wurde 1725 am Theater des Hamburger Gänsemarktes uraufgeführt. Das Werk war Telemanns größter Bühnenerfolg und erzählt die Geschichte von einem alten reichen Mann, der von einer jungen Frau umgarnt und an der Nase herumgeführt wird.

Im 19. Jahrhundert verschwand das Werk von den Bühnen und geriet in Vergessenheit. Im Zuge der Telemann-Renaissance im 20. Jahrhundert wurde es wiederentdeckt und entsprechend gewürdigt. Gemunkelt wird, dass Telemann den Stoff aufgrund eigener schlechter Erfahrungen mit seiner zweiten Frau aufgriff. 1714 hatte der damals über 30-Jährige die gerade mal 16 Jahre alte Maria Catharina Textor geheiratet. Nach 20 Ehejahren und neun gemeinsamen Kindern, ließ sich das Paar scheiden. Als Gründe werden Ehebruch oder Glücksspiel vermutet – Maria Catharina soll dabei eine große Summe Geld verloren haben. Wer sehen möchte, wie Eberhard Roßdeutscher diese Betrugsthematik umgesetzt hat, sollte sich das Kunstwerk einmal anschauen.

Das junge raffinierte Mädchen und der alte reiche Mann
Das junge raffinierte Mädchen und der alte reiche Mann
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Und weil die Zahl drei sich heute durch unseren Beitrag zieht, möchten wir euch gern noch auf drei Highlights im Veranstaltungskalender der Telemania 2017 hinweisen, die ihr nicht verpassen solltet.
  • Morgen Abend könnt ihr nämlich Till Brönner & Orchestra erleben. Das Konzert beginnt um 20.00 Uhr im Stadtpark, sollte es regnen, wird es in die Stadthalle verlegt. Karten sind noch an der Abendkasse für 51,85 Euro erhältlich. Achtung!! Die Veranstaltung wurde aufgrund der enormen Unwetterschäden im Stadtpark abgesagt.
  • Am Samstag heißt es dann „Lange TelemannNacht“ im Klosterbergegarten. Ab 18.00 Uhr beginnt das Spektakel, das uns ins 18. Jahrhundert und mit allen Sinnen zurück in die Telemannzeit bringt. Ab 18.00 Uhr geht es los. Und auch dafür sind noch Karten für 10 Euro an der Abendkasse erhältlich. Der Eintritt für Kinder bis sechs Jahren ist frei. Achtung!! Die Veranstaltung wurde aufgrund der enormen Unwetterschäden im Klosterbergegarten abgesagt.
  • Zum Gedenken an seinen Todestag vor 250 Jahren werden die Magdeburger Blechbläser am Sonntag um 15.00 Uhr an der Telemann-Stele ein Ständchen bringen. Dazu sind alle Interessierten herzlich willkommen.
Till Brönner, Foto: Matthias Piekacz
Lange TelemannNacht Serkowitzer Volksoper, Foto: Robert Jentzsch
Ein Geburtstagsständchen am 14. März 2017

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