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Nagasaki - Friedenserklärung
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Friedenserklärung von Nagasaki

Stadt Nagasaki

August 2004

Wie viele Menschen der Welt erinnern sich in diesem Moment an diesen schrecklichen Tag?
Am 9. August um 11.02 Uhr vor neunundfünfzig Jahren legte eine einzige von einem amerikanischen Bomber abgeworfene Atombombe die Stadt Nagasaki innerhalb nur weniger Sekunden in Schutt und Asche, wobei 74.000 Menschen ihr Leben verloren und weitere 75.00 verwundet wurden.
Heute lockt die grüne Großstadtlandschaft Nagasakis zahlreiche Besucher aus der ganzen Welt an, und die Einwohner der Stadt bewahren ihre charakteristischen Traditionen und ihre Kultur. Dennoch leiden die zunehmend älteren Überlebenden des Atombombenangriffs immer noch unter den Nachwirkungen des Bombenabwurfs und haben mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen, die auf die mit diesem Erlebnis verbundenen Stresssituationen zurückzuführen sind. Wir, die Einwohner von Nagasaki wenden uns mit einem erneuten Hinweis auf die Dringlichkeit an die Weltöffentlichkeit und verweisen auf die schrecklichen Leiden all derer, die bereits von uns gegangen sind.

Wir rufen die Bürger der Vereinigten Staaten auf, sich der Realität der Tragödien, zu denen der Atombombenabwurf vor 59 Jahren geführt hat, ganz einfach zu stellen.
Der Internationale Gerichtshof hat in einem Rechtsgutachten eindeutig festgestellt, dass die Drohung mit Kernwaffen oder ihrer Anwendung generell dem Völkerrecht widerspricht. Gleichwohl besitzen die Vereinigten Staaten immer noch etwa 10.000 Kernwaffen und werden diese auch weiterhin besitzen. Zudem verfügen sie über ein Programm unterkritischer Atomversuche, das sie auch umsetzen. Darüber hinaus sollen die so genannten Minikernwaffen, die Gegenstand der neuen Forschungs- und Entwicklungstätigkeit sind, ein wirklich erschreckendes Gewaltniveau erzeugen. Was die Radioaktivität anbetrifft, die diese Waffen freisetzen, unterscheiden sie sich nicht von der über Nagasaki abgeworfenen Bombe.

Solange die größte Supermacht der Welt nicht auf ihre Abhängigkeit von Kernwaffen verzichtet, kann die Welle der nuklearen Weiterverbreitung nicht aufgehalten werden. Bürger von Amerika: Der Weg, der letztendlich zum Überleben der menschlichen Rasse führt, erfordert klar und eindeutig die Beseitigung der Kernwaffen. Es ist nunmehr an der Zeit, dass wir gemeinsam handeln und diesen Weg einschlagen.

Wir wenden uns an die Völker der Welt und bitten sie, darüber nachzudenken, wie wenig Wert dem menschlichen Leben heute häufig beigemessen wird, was zum Beispiel der Krieg im Irak und terroristische Anschläge verdeutlichen. Die Weisheit muss Oberhand gewinnen, und wir müssen gemeinsam die Funktionen der UNO stärken und ausbauen, um internationale Konflikte nicht mit militärischer Gewalt, sondern mittels abgestimmter diplomatischer Bemühungen zu lösen.

Im kommenden Jahr begehen wir den 60. Jahrestag des Atombombenangriffs, und dieser fällt mit der Überprüfungskonferenz zum Nichtverbreitungsvertrag, die 2005 am Sitz der UN stattfinden soll, zusammen. Möge es angesichts des bevorstehenden Jahres zu einer Annäherung aller Menschen in der Welt, von Nichtregierungsorganisationen und allen Beteiligten, die Frieden wünschen, kommen, sodass der Weg für die Ausrottung jener Symbole der Unmenschlichkeit, die als Kernwaffen bekannt sind, geebnet ist.

Wir rufen die Regierung Japans auf, die friedlichen Fundamente seiner Verfassung zu sichern, und als einzige Nation der Erde, die einen Atombombenangriff erlebt hat, dem dreifachen nichtnuklearen Prinzip Gesetzeskraft zu verleihen. Die Verbindung des dreifachen nichtnuklearen Prinzips mit der nuklearen Abrüstung auf der koreanischen Halbinsel wird den Weg für die Schaffung einer nordostasiatischen kernwaffenfreien Zone ebnen. Gleichzeitig sind die Details der Erklärung von P’yŏngyang zu vereinbaren, während Japan selbst auch eine eigenständige nicht auf Kernwaffen beruhende Sicherheitsposition vertreten muss.

Wir rufen die Jugend der Welt auf, sich mit der Realität eines Atombombenabwurfs zu befassen und für sich selbst ein Gefühl der Achtung des Lebens zu entwickeln, wie dies auch unsere jungen Menschen in Nagasaki tun.
Der Enthusiasmus und die Hoffnung der Jugend, die die Notwendigkeit des Friedens erkannt hat und dementsprechend handelt, werden angesichts der zunehmend verworrenen Situation in der Welt aufklärend wirken. 
Menschen, die sich erheben und nahe- liegende Maßnahmen einleiten, können und werden einen Beitrag zum Frieden in der Welt und zur Abschaffung von Kernwaffen leisten.

Wir in Nagasaki werden weiterhin andere an unseren Erfahrungen, die wir mit dem Atombombenangriff auf unsere Stadt gesammelt haben, teilhaben lassen und alles dafür tun, dass Nagasaki zu einem Zentrum der Friedensforschung und Friedenssicherung wird. Wir hoffen, auf diese Art und Weise Bande der Freundschaft und Solidarität mit Menschen in der ganzen Welt knüpfen zu können.

Heute, am 59. Jahrestag des Atombombenabwurfs, beten wir für alle, die bei diesem Angriff ihr Leben gelassen haben, und erinnern an ihr Leiden. Wir, die Einwohner Nagasakis, geloben, für die Schaffung eines echten Friedens in einer Welt, die frei von Kernwaffen ist, einzutreten.

9. August 2004

Icco Itoh
Bürgermeister von Nagasaki

 

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