Blindes Ehepaar erhält Adelheid-Preis 2016
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Blindes Magdeburger Ehepaar erhält den Adelheid-Preis 2016

Das blinde Ehepaar Christine und Dieter Wendel erhält für sein langjähriges ehrenamtliches Engagement den Adelheid-Preis 2016. Damit würdigt das Preiskuratorium unter anderem das jahrzehntelange Wirken des Ehepaares für blinde und sehbehinderte Magdeburgerinnen und Magdeburger. Die Preisverleihung ist am 19. Februar 2017.

Die Preisträger Christine und Dieter Wendel gemeinsam mit dem Adelheidkuratorium
Die Preisträger Christine und Dieter Wendel gemeinsam mit dem Adelheidkuratorium

„Das Engagement des blinden Ehepaares kann man gar nicht hoch genug schätzen“, so die Beigeordnete für Soziales, Jugend und Gesundheit und Kuratoriumsvorsitzende, Simone Borris. „Wenn Menschen mit einer schweren Behinderung anderen Betroffenen über Jahrzehnte helfen und diese unterstützen, verdient das großen Dank und Anerkennung. Das Wirken von Christine und Dieter Wendel ehren wir mit dem Adelheid-Preis 2016.“

Dieter Wendel ist seit 1972 ehrenamtlich im Blinden- und Sehbehinderten-Verband tätig, seine Frau Christine seit 1974. Im früheren Blinden- und Sehschwachenverband arbeiteten beide zunächst in der Kreisorganisation Magdeburg-Nord als ehrenamtliche Vertrauensleute. Dazu gehörten regelmäßige Besuche bei den von ihnen zu betreuenden Betroffenen und das Ausrichten von Treffen und Veranstaltungen.

Nach der Deutschen Einheit und der damit verbundenen Neustrukturierung des Verbandes als Blinden- und Sehbehinderten-Verband Sachsen-Anhalt wurde Dieter Wendel in den neu gebildeten Stadtvorstand Magdeburg gewählt und übernahm trotz fortschreitender eigener Erblindung die Leitung der Selbsthilfegruppe des Verbandes in Magdeburg-Nord. Er gründete eine Wandergruppe für Blinde und Sehbehinderte, die noch heute besteht und einmal monatlich Ausflüge in die nähere und weitere Umgebung Magdeburgs unternimmt.

Seit 2007 leitet Dieter Wendel die Regionalgruppe Magdeburg des Blinden- und Sehbehinderten-Verbandes mit rund 120 Mitgliedern. Innerhalb dieser Gruppe koordiniert er mit Unterstützung seiner Frau Christine die Arbeit der stadtteilbezogenen Selbsthilfegruppen und weiterer Interessengruppen des Verbandes. Dazu gehören das Erstellen von regelmäßigen Informationsschreiben für die Mitglieder, das Ausrichten von Mitgliederversammlungen und weiteren Veranstaltungen sowie die Organisation von Ausflugsfahrten und Gruppenreisen. Er ist zugleich Mitglied in der Leitung der Bezirksgruppe West, die neben Magdeburg die Landkreise Salzlandkreis, Harzkreis und Teile des Bördekreises umfasst.

Dieter Wendel vertritt den Verband auch in der kommunalen Arbeitsgruppe der Menschen mit Behinderungen und setzt sich hier vor allem für den Abbau von Barrieren für Sehbehinderte und für soziale Angebote ein.

2010 wurde Dieter Wendel mit dem GRATUS-Preis des Blinden- und Sehbehinderten-Verbandes ausgezeichnet. Damit werden Personen geehrt, die sich in besonderer Weise für die Anliegen des Verbandes verdient gemacht haben.

Christine Wendel leitet eine Handarbeitsgruppe im Stadtverband, die sie auch mitgegründet hat. Sie nutzt seit rund acht Jahren eine Führhündin zur Verbesserung ihrer Selbstständigkeit und Mobilität und arbeitet im Arbeitskreis für Führhundehalter des Verbandes mit.

Christine und Dieter Wendel haben 1973 geheiratet und leben seit 1974 in Magdeburg. Ihre Tochter Peggy wurde 1974 geboren. Das blinde Ehepaar hat einen 18-jährigen Enkel. Es betreut und begleitet seit Jahrzehnten zumeist ältere bis hochbetagte blinde und sehbehinderte Verbandsmitglieder im nördlichen Stadtgebiet.

Mit dem Adelheid-Preis würdigt die Landeshauptstadt Magdeburg jährlich Personen oder Gruppen, die sich durch hervorragendes ehrenamtliches Engagement im sozialen Bereich auszeichnen. Erstmals wurde der Adelheid-Preis durch den Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Magdeburg, Dr. Lutz Trümper, im Jahr 2012 verliehen.

Zum Kuratorium gehören neben der Vorsitzenden Simone Borris auch Helga Boeck von der Fraktion LINKS für Magdeburg, Matthias Boxhorn von der CDU/FDP/BfM-Stadtratsfraktion, Birgit Bursee von der Arbeitsgruppe „Magdeburger Netzwerk für bürgerschaftliches Engagement“, Hans-Dieter Bromberg von der SPD-Stadtratsfraktion, der Vorstand der Stadtsparkasse Magdeburg Horst Eckert, Gabriele Haberland von der Kreisarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege, Dr. Jürgen Hildebrand von der Stadtratsfraktion Fraktion DIE LINKE/future!, die Vorsitzende des Gesundheits- und Sozialausschusses Kornelia Keune, Alfred Westphal von der Stadtratsfraktion Bündnis 90/Die Grünen und Roland Zander von der Magdeburger Gartenpartei.

Namensgeberin für den Adelheid-Preis ist Kaiserin Adelheid (931 – 999), die zweite Ehefrau Ottos des Großen, die wegen ihres karitativen Wirkens und ihrer Mildtätigkeit bereits zu Lebzeiten vom Volk verehrt wurde. Der Preis ist mit 1.000 Euro dotiert als finanzielle Unterstützung sozialer Projekte der Preisträger. Die Bekanntgabe der durch das Kuratorium zur Vergabe des Adelheid-Preises ermittelten Preisträger erfolgt jährlich am 16. Dezember anlässlich des Todestages der Kaiserin Adelheid im Jahr 999.

Die Verleihung des Adelheid-Preises an Christine und Dieter Wendel erfolgt am 19. Februar 2017 im Kaiser-Otto-Saal des Kulturhistorischen Museums im Rahmen eines Festaktes der Landeshauptstadt Magdeburg, zu dem zahlreiche Vertreter sozialer Träger und Vereine erwartet werden.

 

Der Blinden- und Sehbehindertenverband Sachsen-Anhalt

Der Blinden- und Sehbehinderten-Verband Sachsen-Anhalt e. V. hat rund 1.100 Mitglieder und vertritt als gemeinnützige Selbsthilfeorganisation die Rechte der Blinden und Sehbehinderten im Land Sachsen-Anhalt. Sitz des Verbandes ist Magdeburg. Der Verband hat vier Bezirksgruppen, die jeweils mehrere Landkreise und kreisfreie Städte umfassen. Er verfügt über vier regionale Beratungsstellen in Halle, Magdeburg, Dessau und Stendal. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beraten zu allen Fragen und Problemen, die mit Blindheit und Sehbehinderung in Zusammenhang stehen und helfen bei der Bewältigung von Schwierigkeiten mit Behörden und Sozialleistungsträgern. Bei Bedarf kommen sie auch ins Haus.

 

Das Adelheid-Kuratorium

Im Auftrag des Oberbürgermeisters der Landeshauptstadt Magdeburg hat die Beigeordnete für Soziales, Jugend und Gesundheit, Simone Borris, seit Dezember 2014 den Vorsitz im Kuratorium.

Zu den weiteren Mitgliedern des Kuratoriums gehören (in alphabetischer Reihenfolge):

  • Helga Boeck, Fraktion LINKS für Magdeburg
  • Matthias Boxhorn, Fraktion CDU/FDP/Bund für Magdeburg
  • Hans-Dieter Bromberg, SPD-Fraktion
  • Birgit Bursee, Arbeitsgruppe „Magdeburger Netzwerk für bürgerschaftliches Engagement“
  • Horst Eckert, Vorstand der Stadtsparkasse Magdeburg
  • Gabriele Haberland, Kreisarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege
  • Dr. Jürgen Hildebrand, Fraktion DIE LINKE/future!
  • Kornelia Keune, Vorsitzende des Gesundheits- und Sozialausschusses
  • Alfred Westphal, Fraktion Bündnis 90/Die Grünen
  • Roland Zander, Fraktion Magdeburger Gartenpartei

 

Adelheid von Burgund (931 bis 999)

Adelheid –

Tochter von König Rudolf II. von Hochburgund/Habsburg und der Herzogstochter Berta von Schwaben

  • geboren 931 oder 932 in Hochburgund
  • 947: vermählt mit König Lothar II. von Italien
  • 947 – 950: Königin von Italien
  • gilt als beispielhafte Christin
  • kümmert sich um die armen und die am Rande der Gesellschaft stehenden Menschen
  • 950: Ihr Ehemann König Lothar II. von Italien wird vergiftet.
  • 951: vermählt mit König Otto I.
  • vier gemeinsame Kinder

Adelheid –

Kaiserin des Heiligen Römischen Reiches

  • 962 wird Otto I. zum Kaiser gekrönt, Adelheid wird gekrönte Kaiserin.
  • 973 stirbt Otto I.

Adelheid –

gestorben am 16.12.999 im Kloster Selz im Elsass

Papst Urban III. spricht Adelheid im Jahr 1097 heilig.

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