Fans verzichten auf rhythmisches Hüpfen - Landesderby morgen mit Zuschauern
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Fans verzichten auf rhythmisches Hüpfen – Landesderby morgen mit Zuschauern

Das Landesderby 1. FC Magdeburg gegen den Halleschen FC kann morgen vor Publikum ausgetragen werden. Das ist das Ergebnis einer Gesprächsrunde, zu der Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper am Vormittag ins Alte Rathaus eingeladen hatte. Die Vereinsspitze des FCM mit Peter Fechner als Präsidenten, Mario Kallnik als Geschäftsführer der 1. FC Magdeburg Stadion- und Marketing GmbH, Vertreter aus Aufsichtsrat, Fanvertreter und Fanrat, der Geschäftsführer der MVGM, Steffen Schüller, sowie die Leiter des Bauordnungsamtes und des Kommunalen Gebäudemanagements nahmen an dem Treffen teil.

Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper sagte nach dem Treffen: „Ich freue mich sehr, dass wir zu einer Einigung gekommen sind und dass das Spiel des 1. FC Magdeburg morgen gegen den Halleschen FC vor großer Kulisse stattfinden wird. Besonders froh bin ich darüber, dass es Signale aus der Magdeburger Fanszene gibt, bis zum Abschluss einer nötigen Sanierung des Stadions auf das rhythmische Hüpfen zu verzichten. Eine Einigung zwischen Fans, Stadt und Verein ist gefunden worden – das ist ein wichtiges Signal, das Hoffnung gibt, dass es auch in den kommenden Monaten viele tolle Fußballspiele mit begeisterten Fans gibt.“

„Grundsätzlich bin ich nach wie vor der Meinung, dass es keinen einzigen Fußballfan gibt, der sich freiwillig in Lebensgefahr begibt bzw. die Standfestigkeit des Stadions beinträchtigen will.“

FCM-Präsident Peter Fechner ergänzte: „Die Fans des 1. FC Magdeburg, der Club und die Stadt stehen gemeinsam für einen erfolgreichen Fußball. Deswegen bin ich dankbar, dass wir heute in beeindruckender Art und Weise zeigen konnten, dass wir eine gemeinsame und tragfähige Lösung gefunden haben.“

Bei dem Treffen am Vormittag hatte Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper noch einmal erläutert, dass es von Seiten des Bauordnungsamtes kein generelles „Hüpfverbot“ im Stadion gibt, sondern die Fans aufgefordert sind, rhythmisches Hüpfen zu unterlassen. Dieses beeinträchtigt die MDCC-Arena in so erheblichem Maße, dass Personen- und Bauwerksschäden nicht mehr auszuschließen sind.

Zugleich lud der Oberbürgermeister Vertreter der Vereinsspitze und des Fanrates ein, sich im Januar 2017 das dann vorliegende Gutachten zu erläutern. Bei diesem Treffen soll dann auch besprochen werden, welche Sanierungsmaßnahmen am Stadion nötig sind und wann diese umgesetzt werden können.

Hintergrund:
Im Sommer 2016 hatte es ein erstes Treffen mit 1. FC Magdeburg, Fanrat, MVGM und der Stadt gegeben. Dabei wurden erste Messergebnisse diskutiert, die belegten, dass sich durch das rhythmische Hüpfen der Magdeburger Fußballfans die Standzeit des Stadions verringert. Daraufhin hatte der Eigenbetrieb Kommunales Gebäudemanagement ein Gutachten in Auftrag gegeben, das darstellen soll, wie hoch die Schwingungen der Tribünen sind und um belegbare Daten für das weitere Vorgehen in Richtung einer Sanierung zu erhalten.

Die mit den Messungen beauftragte Ingenieursfirma stellte während des Spiels 1. FC Magdeburg gegen den FC Hansa Rostock aufgrund der hüpfenden Stadionbesucher Beschleunigungen von 5 m/s² fest. Dies liegt deutlich über der Panikgrenze (Gefühl, angesichts tatsächlicher oder angenommener Gefahr, fliehen zu müssen) von 3,0 bis 3,5 m/s². Die Berechnungsergebnisse zeigen laut der Experten aber auch, dass Beschleunigungen weit über 10 m/s² erreicht werden können, wenn die Hüpffrequenz (z.B. durch die Taktgebung eines Trommlers) nur geringfügig erhöht wird. Zum einen bedeutet das, dass die Panikgrenze um das Dreifache überschritten wäre, zum anderen können bei solchen Beschleunigungen abhebende Kräfte in der Fertigteil-Konstruktion der Tribünen auftreten.

Die noch vor dem fertiggestellten Gutachten veröffentlichten Zahlen belegen, dass sowohl Panikausbrüche durch stürzende Stadionbesucher als auch das Lösen eines einzelnen Fertigteils nicht mehr ausgeschlossen werden können. Da ohne das Gutachten das weitere bauliche Vorgehen noch nicht feststeht, kann nur durch Verhaltensänderungen der Stadionbesucher eine temporäre Entlastung der Tribüne erreicht werden.

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