Gedenken an die Opfer der Reichspogromnacht
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Gedenken für die Opfer der Reichspogromnacht am Synagogen-Mahnmal

Mit einer Gedenkveranstaltung hat die Landeshauptstadt am 9. November an die Opfer der Reichspogromnacht erinnert. Die Gedenkfeier am Synagogen-Mahnmal in der Julius-Bremer-Straße begann um 16.00 Uhr. Im Anschluss gab es einen stillen Gedenkweg zum Landtag am Domplatz. Die Reichspogromnacht 1938 führte auch in Magdeburg zur Zerstörung der Synagoge und jüdischer Geschäfte im Stadtzentrum sowie zur Vertreibung vieler jüdischer Mitbürger.
Am Ort der zerstörten Synagoge in der Julius-Bremer-Straße sprachen Superintendent Stephan Hoenen und Wadim Laiter, Vorstandsvorsitzende der Synagogen-Gemeinde zu Magdeburg Worte des Gedenkens. Für die Landeshauptstadt Magdeburg spacht Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper Gedenkworte. Anschließend wurden Kerzen an der Menora entzündet und Kränze niedergelegt sowie Gebete gesprochen. Umrahmt wurde die Gedenkfeier von Musikbeiträgen von Schülern des Ökumenischen Domgymnasiums.

Im Anschluss daran gab es einen stillen Gedenkweg zum Landtag. Dort begrüßte der Landtagspräsident a. D. Dieter Steinicke die Anwesenden und gab eine kurze Einführung in die Ausstellung „Steinerne Erinnerungen an verlorenen Synagogen – niedergebrannt und abgetragen“, die anschließend besichtigt werden konnte. Der Künstler Alexander Dettmar hat sich auf Architekturmalerei spezialisiert und stellt vor allem Synagogen dar, die in der Zeit des Nationalsozialismus zerstört wurden. Zu sehen sind unter anderem Bilder der Synagogen von Dessau, Halberstadt und Halle.

 

Hintergrundinformationen 

Mahnmal/Relief
An der Stelle der am 9. November 1938 zerstörten Synagoge in der Julius-Bremer-Straße steht heute ein vom Magdeburger Metallgestalter Josef Bzdok 1988 errichtetes Mahnmal für die jüdischen Opfer des Naziregimes. Die Inschrift lautet: „Dem Nazi-Terror fielen 1.521 Magdeburger jüdischen Glaubens, darunter 287 unschuldige Kinder, zum Opfer.“ In unmittelbarer Nachbarschaft des Mahnmals wurde 2004 durch die Magdeburgische Gesellschaft von 1990 ein Relief zur Erinnerung an die 1938 zerstörte Magdeburger Synagoge aufgestellt.

Neue Synagoge Magdeburg
Der Förderverein Neue Synagoge Magdeburg e. V. unterstützt die Synagogengemeinde zu Magdeburg dabei, ein neues Versammlungshaus zu bauen. Durch den Bau einer neuen Synagoge sollen die Magdeburger jüdischen Glaubens wieder ein religiöses Zentrum erhalten. Zugleich soll es ein Begegnungsort für alle Magdeburgerinnen und Magdeburger sein, die mit dem Judentum in Verbindung oder ins Gespräch treten wollen. Die Synagogengemeinde zählt heute etwa 600 Mitglieder.

Begegnungen/ Aktionen
Nach seiner Wahl zum Oberbürgermeister veröffentlichte Dr. Wilhelm Polte 1990 einen Aufruf an alle ehemaligen Magdeburger, die ihre Vaterstadt aus religiösen oder politischen Gründen verlassen mussten und lud sie ein, nach Magdeburg zurückzukehren. Vom 24. bis 31. Mai 1994 weilten erstmals 20 jüdische Bürger, die in Magdeburg geboren wurden und ihre Heimatstadt nach 1933 verlassen mussten, auf Einladung der Landeshauptstadt in Magdeburg.

Mahnmal „Magda“
Seit 2001 erinnert das Mahnmal „Magda“ in der Rothenseer Havelstraße/ Ecke Heinrichsberger Straße des Bildhauers Jörg-Tilmann Hinz an eine Außenstelle des Konzentrationslagers Buchenwald gleichen Namens, in der mehr als 2.000 Häftlinge – überwiegend Juden aus Ungarn – zu Tode gequält wurden. Jährlich am 27. Januar gedenken Vertreter von Stadt, Land, Kirchen und Religionsgemeinschaften, Parteien und die Bundeswehr der Opfer des Nationalsozialismus.

Der Jüdische Friedhof
Jüdische Friedhöfe tragen auch die Bezeichnung "Guter Ort" oder "Halle des Lebens". Auf dem Jüdischen Friedhof im Fermersleber Weg befinden sich die Grabsteine von Moritz Rahmer, Robert Philippson und Guyla Grosz. Hier ist auch das Grab der legendären Magdeburger Zirkusfamilie Blumenfeld. Bis 1920 hatte sie das einzige feste Zirkusgebäude in Deutschland. Der jüdische Arzt Dr. Otto Schlein ist auf dem Westfriedhof beigesetzt worden.

Stolpersteine
Am 18. März 2007 weihte Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper im Rahmen einer Gedenkstunde die ersten Stolpersteine zur Erinnerung an Opfer des Nationalsozialismus in Magdeburg ein. Der erste der verlegten Stolpersteine ist dem früheren Magdeburger Bürgermeister Dr. Herbert Goldschmidt gewidmet. Inzwischen wurden mehr als 470 Stolpersteine im Stadtgebiet verlegt. Finanziert werden die Erinnerungsmale ausschließlich durch Spenden.

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