Kein weiterer Kampfmittelfund an der Anna-Ebert-Brücke
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Kein weiterer Kampfmittelfund an der Anna-Ebert-Brücke - Suche nach weiterem Sprengstoff beendet

Auf der Ostseite der Anna-Ebert-Brücke gibt es keinen Sprengstoffverdacht. Das haben jetzt beendete Untersuchungen ergeben. Im Zuge der Bauarbeiten zur statischen Sicherung des 3. und 4. Westgewölbes der Brücke waren im September in einem der angrenzenden Pfeiler mit Sprengstoff gefüllte Hohlräume entdeckt worden. Deshalb konnten weitere Kampfmittel im übrigen Bauwerk nicht ausgeschlossen werden.
Bei den jüngsten Arbeiten waren mit einem sogenannten Geo-Radar auch die anderen Gewölbe und Pfeiler nach Hohlräumen untersucht und Testbohrungen vorgenommen worden. Diese haben jedoch keinen weiteren Sprengstofffund ergeben.

Unmittelbar nach der Entdeckung des Sprengstoffes auf der Westseite hatte die Stadt in Zusammenarbeit mit dem Kampfmittelbeseitigungsdienst des Landes Sachsen-Anhalt (KBD) den Fund gefahrlos entfernt. Die Experten des KBD holten in drei Nachteinsätzen insgesamt 140 kg Trinitrotoluol (TNT) aus den Hohlräumen. Dieses stammt aus dem Zweiten Weltkrieg und wurde vermutlich in den letzten Wochen des Krieges durch die deutsche Wehrmacht eingebracht. Nach Aussagen des KBD ging von dem TNT aufgrund der Lagersituation zu keiner Zeit eine Gefahr aus.
 
Der Kampfmittelfund und die damit verbundenen zusätzlichen Leistungen führen zu einer Verlängerung der Bauarbeiten zur statischen Sicherung der Brücke. Grund für die Arbeiten ist der kritische Zustand des unter Denkmalschutz stehenden Bauwerks. Das Hochwasser von 2013 hatte schwere Schäden am Tragwerk hinterlassen. Der bauliche Zustand war so schlecht, dass ohne eine Notinstandsetzung eine permanente Vollsperrung nicht mehr abzuwenden gewesen wäre. Bis zur Fertigstellung des neuen Strombrückenzuges muss die Anna-Ebert-Brücke als Behelfsbrücke genutzt werden.

Hintergrund

Recherchen im Stadtarchiv ergaben, dass vom preußischen Militär im Zuge der Errichtung der Brücke die Vorsorge für eine eventuelle Demolierung verlangt wurde. Dementsprechend wurden vom Baumeister sogenannte Pulverkammern in die Planung eingeschlossen, die mit Sprengstoff gefüllt werden und in Kriegszeiten im Fall eines feindlichen Angriffs die Sprengung der Brücke ermöglichen konnten. Aus Gründen der Geheimhaltung wurden jedoch weder Lage, Geometrie noch Größe der Kammern dokumentiert.
 
Das ursprünglich als „Lange Brücke“ bezeichnete Bauwerk entstand von 1875 bis 1882. An der etwa zeitgleich errichteten und 2006 instandgesetzten Zollbrücke in unmittelbarer Nähe existieren ebenfalls Sprengkammern. Sie befinden sich im Scheitel des mittleren Gewölbebogens, sind nach unten offen und, waren aber nicht mit Sprengstoff gefüllt.

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