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Eike-von-Repgow-Stipendium 2015
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Dr. Pierre Fütterer erhält Eike-von-Repgow-Stipendium 2015

Die Landeshauptstadt Magdeburg und die Otto-von-Guericke-Universität vergeben gemeinsam alternierend zum Eike-von-Repgow-Preis in diesem Jahr bereits zum sechsten Mal das Eike-von-Repgow-Stipendium. Im Rahmen eines Akademischen Festaktes verliehen der Beigeordnete für Kultur, Schule und Sport, Prof. Dr. Matthias Puhle, und der Rektor der Universität, Prof. Dr. Jens Strackeljan, am 18. November das mit 5.000 Euro dotierte Stipendium an Dr. Pierre Fütterer.

Verleihung des Eike-von-Repgow-Stipendiums 2015 an Dr. Pierre Fütterer [Foto: Landeshauptstadt Magdeburg]
Verleihung des Eike-von-Repgow-Stipendiums 2015 an Dr. Pierre Fütterer [Foto: Landeshauptstadt Magdeburg]

Eike von Repgow setzte sich mit dem „Sachsenspiegel“ ein bleibendes Denkmal und trug damit den Namen Magdeburgs weit über die Elbestadt hinaus. Als erstes Prosawerk der deutschen Sprache und einflussreichstes Rechtsbuch des Mittelalters erlangte der Sachsenspiegel gemeinsam mit dem Magdeburger Stadtrecht große Verbreitung in Mittel- und Osteuropa. Das Magdeburger Recht gilt damit als eines der bedeutendsten mittelalterlichen Stadtrechte und Eike von Repgow als erster Chronist mittelalterlichen Rechts.

Zu Ehren dieser bedeutenden Persönlichkeit und ihrer herausragenden Leistung für die historische Stellung Magdeburgs verleihen die Otto-von-Guericke-Universität und die Landeshauptstadt Magdeburg neben dem Eike-von-Repgow-Preis seit 2005 auch das Eike-von-Repgow-Stipendium. Sein Anliegen ist es, neue Forschungs-vorhaben voranzutreiben und junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bei der weiteren Auseinandersetzung mit der europäischen Rechtsgeschichte zu fördern und zu motivieren.

Mit dem diesjährigen Eike-von-Repgow-Stipendium werden die Verdienste von Dr. Pierre Fütterer gewürdigt, der im Rahmen seiner Dissertationsschrift „Wege und Herrschaft. Untersuchungen zur Raumerschließung und Raumerfassung in vormoderner Zeit am Beispiel Mitteldeutschlands im 10. und frühen 11. Jahrhundert“ geforscht hat. Das Stipendium soll seine weitere wissenschaftliche Forschung unterstützen sowie die Publikation seiner Arbeit in einem renommierten Verlag ermöglichen und damit die wünschenswerte wissenschaftliche Aufmerksamkeit erlangen.

Seine Forschungsarbeit beruht auf der umfassenden Aufarbeitung der urkundlichen, historiographischen und archäologischen Überlieferung für den genannten Zeitraum unter Einbeziehung von Flur-, Orts-, Siedlungs- und Gewässernamen, Boden-denkmälern, Altwegeresten und nicht zuletzt modernen Laserscans. Damit ist es Dr. Pierre Fütterer gelungen, in weiten Teilen das Bild der mitteldeutschen Siedlungs- und Kulturlandschaft zu rekonstruieren, konkrete Wegeverbindungen aufzuzeigen, mit deren Hilfe es den Ottonen gelang, den Raum herrschaftlich zu erfassen und in Form von Königspfalzen und anderen Herrschaftszentren zu verdichten.

Durch seine Arbeit werden die Hintergründe der bis heute einzigartigen Kulturlandschaft auf dem Boden des Bundeslandes Sachsen-Anhalt ebenso sichtbar, wie der wesentliche historische Abschnitt, in dem die Genese jenes Raumes, in dem später Eike von Repgow wirkte, in zahlreichen neuen Details beleuchtet wird.

Die Gutachter seiner Arbeit und das Kuratorium zur Auswahl des Eike-von-Repgow-Stipendiums stimmten darin überein, dass es sich bei der Dissertationsschrift von Dr. Fütterer um eine ganz herausragende wissenschaftliche Leistung handelt, die insbesondere hinsichtlich des methodischen Zugriffs Maßstäbe setzt. Die Übertragung von Fütterers Vorgehensweise auf andere (westliche und östliche) Gebiete könnte dort ebenfalls zu grundlegenden neuen Einsichten führen. Damit ist Dr. Pierre Fütterer ein würdiger Eike-von-Repgow-Stipendiat.


Zum Stipendiaten

Pierre Fütterer wurde am 9. Juli 1977 in Pößneck geboren. Von 1997 bis 2005 studierte er Mittelalterliche Geschichte, Philosophie und Ur- und Frühgeschichte an der Friedrich-Schiller-Universität Jena und erreichte 2006 sein Magister Artium. Von 2008 bis 2010 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Historischen Institut der Friedrich-Schiller-Universität Jena, seit 2011 ist er wissenschaftliche Hilfskraft am selben Institut. Von 2008 bis 2014 arbeitete er an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg unter der Betreuung von Prof. Dr. Stephan Freund an seiner Promotion zum Thema „Wege und Herrschaft. Untersuchungen zur Raumerschließung und Raumerfassung in Ostsachsen und Thüringen im 10. und frühen 11. Jahrhundert“, die er mit dem Prädikat summa cum laude verteidigte. Derzeit ist Dr. Fütterer Geschäftsführer der Historischen Kommission für Thüringen e.V.


Veröffentlichungen des Stipendiaten (Beiträge):

  • The Royal ‚Pfalz‘ Dornburg on the River Saale, central Germany, and the Road System of the Tenth and Eleventh Centuries, Turnhout 2014 (im Druck).
  • Die Altstraßenverbindung der Königshöfe Saalfeld und Kirchberg. Annotationen zum Beitrag „Altstraßen als Geschichtsquelle und Bodendenkmal“. In: Bernd W. Bahn/ Umann, Barbara/ Fütterer, Pierre (Hrsg.): Altstraßen in Südthüringen. Stand und Perspektiven der Altstraßenforschung. Kolloquium Meiningen 2012 (in Vorbereitung).
  • Burgen und die Kontrolle von Verkehrswegen. Überlegungen zur Funktion (früh-) mittelalterlicher Befestigungen. In: Sachenbacher, Peter (Hrsg.): Burg und Herrschaft. (in Vorbereitung).
  • Merkmale, Erfassung und Schutz von Altstraßen – Einbeziehung von ehrenamtlichem Engagement in Thüringen. In: Bund und Umwelt in Deutschland (Hrsg.): Historische Wege. Dokumentation der Tagung am 13./14. September 2012 in Winterberg (NRW), Bonn 2013, S. 23-25.
  • Dornburg an der Saale – Einbindung ins Wegenetz und historische Verortung. In: Alt-Thüringen 42 (2010/2011) (2013), S. 290-323.
  • Die verkehrstechnische Erschließung des rechtssaalischen Gebiets zwischen Saalfeld und Jena im Mittelalter, Teil 2. In: Rudolstädter Heimathefte 58 (2012), S. 34–37.
  • Die verkehrstechnische Erschließung des rechtssaalischen Gebiets zwischen Saalfeld und Jena im Mittelalter, Teil 1. In: Rudolstädter Heimathefte 57 (2011), S. 318–322.
  • Vom kaiserlichen Hofkaplan zum Erzbischof der Völker – Brun von Querfurt in Italien. In: Landkreis Saalekreis (Hrsg.): Der heilige Brun von Querfurt. Eine Reise ins Mittelalter. Begleitband zur Sonderausstellung „Der heilige Brun von Querfurt - Friedensstifter und Missionar in Europa, 1009-2009“ im Museum Burg Querfurt, [19. Juni bis 20. Dezember 2009], Querfurt 2009, S. 36–45.
  • Dornburg an der Saale: Wegenetz und historische Verortung. In: Siedlungsforschung. Archäologie – Geschichte – Geographie 25, S. 329–336.


Zum Eike-von-Repgow-Stipendium
Der Eike-von-Repgow-Preis und das Stipendium werden gemeinsam von der Landeshauptstadt Magdeburg und der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg verliehen und sollen „... die wissenschaftliche und die künstlerische Beschäftigung mit der Geschichte und Kultur Mitteldeutschlands und des Gebietes der mittleren Elbe fördern sowie in Eike von Repgow eine bedeutende historische Persönlichkeit würdigen, die auf dem Boden Sachsen-Anhalts gewirkt hat. Zugleich sollen Preis und Stipendium an die Verbindung dieses Raumes mit anderen Teilen Europas erinnern.“ Das Stipendium dient der Motivation neuer Forschung, der Unterstützung von Forschungsvorhaben junger Wissenschaftler und der weiteren Beschäftigung mit der europäischen Rechtsgeschichte. Das Stipendium wird alle zwei Jahre verliehen und ist mit 5.000 Euro dotiert.

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