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Dringend Wohnungen zur Unterbringung von Flüchtlingen gesucht und Spendenaufruf
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Landeshauptstadt startet Sachspendenaufruf und sucht dringend nach Wohnungen
zur Unterbringung von Flüchtlingen

Laut aktuellen Prognosen braucht die Landeshauptstadt Magdeburg bis zum Jahresende weitere 1.200 Plätze zur Unterbringung von Flüchtlingen und Asylbewerbern. Prognostiziert wird für 2015 eine Gesamtzuweisung von 2.600 Personen. Das erläuterte Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper heute in einem Pressegespräch im Alten Rathaus.

Pressekonferenz: Magdeburg benötigt dringend Wohnungen zur Unterbringung von Flüchtlingen [Foto: Landeshauptstadt Magdeburg]

Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper sagte zur aktuellen Situation: „Die Zahl der Flüchtlinge und Asylbewerber steigt unaufhörlich. Die Kommunen arbeiten seit Monaten an ihrer Belastungsgrenze. Deswegen fordere ich, dass den Städten und Gemeinden nur Flüchtlinge zugewiesen werden, die Aussicht auf ein erfolgreiches Asylverfahren haben. Dabei könnten Flüchtlinge aus Kriegsgebieten, z.B. Syrer, mit einem sofortigen Bleiberecht ausgestattet werden. Alle anderen sollten in der Zentralen Aufnahmestelle verbleiben und von dort zurückgeführt bzw. abgeschoben werden. Zudem muss der Bund angesichts der Dimension der Flüchtlingsproblematik das Asylverfahren gesetzlich neu regeln. Vor allem muss er dafür sorgen, dass die Verfahren schneller begonnen und in einem erheblich kürzeren Zeitraum abgeschlossen werden können.“

Bis Mitte Juli wurden in der Stadt 747 Asylsuchende aufgenommen. Die Zahl der Zuweisungen stieg von Januar 2015 mit monatlich 75 Aufnahmen bis August mit 251 Aufzunehmenden erheblich an. Für den September sind 406 Zuweisungen angekündigt worden. Wie die tatsächliche Entwicklung der Zuweisungen (Tabelle 1) zeigt, erwartet die Landeshauptstadt bis zum Jahresende noch mehr als 1.500 Personen, die aufgenommen und untergebracht werden müssen.

Die Landeshauptstadt verfolgt dabei nach wie vor die Unterbringung nach dem „Drei-Stufen-Modell“ (Tabelle 2). Stufe 1 beinhaltet die Betreuung in Gemeinschaftsunterkünften (z.B. Grusonstraße, Windmühlenstraße), Stufe 2 sind Plätze in kommunalen Wohnungen (z.B. Bruno-Taut-Ring, Westring) und in Stufe 3 mieten die Asylbewerber selbst Wohnungen im Stadtgebiet an. Bei den Bewohnern in allen drei Stufen handelt es sich um Menschen, deren Asylverfahren noch nicht abgeschlossen ist und die von Mitteln des Asylbewerberleistungsgesetzes leben. Personen, die eine Bleibeberechtigung erhalten haben, fallen aus dem Asylbewerberleistungsgesetz heraus und können sich selbst Wohnungen suchen und diese eigenständig anmieten.

In Magdeburg werden nicht nur Wohnungen für die Wohnstufe 3 gesucht, sondern auch Wohnungen, die die Bleibeberechtigten selbst anmieten können. Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper. „Die Ausschreibung über unsere Internetseite www.magdeburg.de und in der hiesigen Presse hat bislang nur ein überschaubares Angebot hervorgebracht. Wir wollen den Wohnungsgesellschaften und den privaten Vermietern verdeutlichen, dass wir auf ihre freien Flächen angewiesen sind. Es gibt so viele Immobilien im Stadtgebiet, die mit geringem oder mittlerem Aufwand saniert und dem angespannten Wohnungsmarkt zugeführt werden könnten.“

Gesucht werden überwiegend kleine Wohnungen zu angemessenen Mietpreisen, aber auch Wohnungen für Familien. Um der Situation gerecht zu werden, werden zudem ständig Angebote zur Anmietung von größeren Objekten abgefordert. Zudem werden verschiedene Standorte für eine kurz-, aber auch mittelfristige Unterbringung geprüft.

Ein großes Problem ist die Ausstattung der vorhandenen Wohnungen in den Stufen 2 und 3. In der Regel stattet die Stadt nach einem einheitlichen Standard aus. Zwar gibt es entsprechende Lieferverträge, jedoch werden diese aufgrund der hohen Zugangszahl an Flüchtlingen nur verzögert eingehalten. Deshalb bittet die Stadt die Bevölkerung um Spenden.

Gesucht werden:

  • Essbesteck (Teller, Tassen, Messer, Gabel, Löffel, Gläser)
  • Kochgeschirr (Töpfe, Pfannen)
  • Bettwäsche (Bettdecke, Bettüberzug, Bettdeckenüberzug, Kissen, Kissenüberzug, bitte alles frisch gewaschen)
  • Matratzen
  • Betten
  • Herde (wenn möglich keine Gasherde)
  • Waschmaschinen
  • Kühlschränke
  • Kleiderschränke
  • Tische (kleine von 80cm x 80cm angefangen, Wohnzimmertische sind auch möglich)
  • Stühle
  • Sofas
  • Kinderspielzeug (nichts, was verschluckbar ist und kein Kriegsspielzeug wie Pistolen, Schwerter o.ä.)
  • Kinderkleidung (von 0 Jahren angefangen bis ins Jugendalter) und Kleidung für Erwachsene (bitte alles frisch gewaschen und keine Schuhe)


Abgegeben werden können die Spenden in den Einrichtungen der AQB in der Morgenstraße 11 (Möbel- und Kleiderspenden) und im Buckauer Bahnhof, Porsestraße 16 sowie bei der GISE mbH (Gesellschaft für Innovation, Sanierung und Entsorgung mbH) in der Schönebecker Str. 56. Bekleidung nehmen zudem die Arbeiterwohlfahrt in der Thiemstraße 12, das DRK in der Ferdinand-von-Schill-Straße 33 und der Rotkreuzshop des DRK im Breiten Weg 19a entgegen. Für die Organisation von Möbel- und Großgerätespenden sind auch Absprachen mit dem Sozialamt via E-Mail möglich. Weitere Informationen gibt es hier.

Aktuell sind in den kommenden vier Wochen ca. 48 Wohnungen auszustatten. 116 Plätze stehen der Stadt wegen fehlender Ausstattung nicht termingerecht zur Verfügung.

Hintergrund
Derzeit hält die Stadt mehr als 1.100 Plätze in Gemeinschaftsunterkünften vor; in 150 kommunal angemieteten Wohnungen finden ca. 500 Menschen Unterkunft. 273 Flüchtlinge sind mit eigens angemietetem Wohnraum versorgt. Der Zielstellung der Stadt, die Flüchtlinge mit Ansprüchen von Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz vorrangig dezentral in Wohnungen über die Stadt zu verteilen, wurde mit einer Quote von nahezu 50 Prozent im bisherigen Verlauf des Jahres 2015 Rechnung getragen.

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