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Stadtarchiv lässt wertvolle historische Dokumente des Neuen Bauens restaurieren - Förderung über mehr als 7.000 Euro

Große Freude im Stadtarchiv: Die Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts (KEK) bewilligte mehr als 7.000 Euro für die Restaurierung wertvoller historischer Akten.

Stadtarchiv

Die Koordinierungsstelle wurde im August 2011 auf Initiative des damaligen Kulturstaatsministers Bernd Neumann von Bund und Ländern gemeinsam an der Stiftung Preußischer Kulturbesitz eingerichtet und bei der Staatsbibliothek zu Berlin angesiedelt. Die finanzielle Förderung erfolgt über den Haushalt der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und über die Kulturstiftung der Länder. Die KEK widmet sich Fragen der Sicherung des schriftlich überlieferten Kulturerbes in Archiven, Bibliotheken, Museen und anderen Einrichtungen. Seit ihrer Gründung unterstützte die KEK bisher rund 190 Modellprojekte. Dafür wurden 2,4 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.

Unter dem Motto „Vergessene Kostbarkeiten" fördert die Koordinierungsstelle im Jahr 2015 bundesweit 39 Modellprojekte. Zu den Begünstigten zählt neben Einrichtungen, wie der Stiftung Schloss Friedenstein Gotha, der Bayerischen Staatsbibliothek oder dem Stadtarchiv Nürnberg auch das Stadtarchiv Magdeburg. Nach der Antragstellung auf Gewährung einer Zuwendung aus Mitteln der KEK im Frühjahr dieses Jahres erreichte das Stadtarchiv kürzlich der erhoffte Zuwendungsbescheid. Mit über 7.000 Euro fördert die KEK das Projekt des Stadtarchivs „Sicherung von Dokumenten aus der Zeit des Neuen Bauens der 1920er Jahre". Der Auftrag zur Restaurierung wurde einer renommierten Restaurierungsfirma umgehend erteilt.

Bei den Unterlagen handelt es sich um sieben Akten des umfangreichen und sehr interessanten Bestandes der städtischen Baupolizei. Er enthält unter anderem Hausakten, Akten zu Bauordnungen, Bauweisen, Verwaltungs- und Personalsachen, Bauakten zu bestimmten Einzelobjekten (Brücken, Militärische Anlagen, Bahnhöfe, Friedhöfe, Tankstellen, Parkanlagen usw.) oder Ereignissen. Zu Letzteren gehören überregional beachtete Ausstellungen, die gerade in den 1920er Jahren oftmals in Magdeburg stattfanden, und für die zahlreiche Bauten geplant und ausgeführt wurden. Die für die Deutsche Theaterausstellung 1927 in Magdeburg errichteten Bauten, wie die Stadthalle oder der Ausstellungsturm (heute Albinmüllerturm), erinnern noch heute an die Bauhausarchitektur, die den Rahmen dieser für die damalige Zeit sensationellen Ausstellung bildete. Sie wurden von bedeutenden Architekten wie Johannes Göderitz, Albinmüller und Carl Krayl geschaffen.

Die zu restaurierenden Akten enthalten überwiegend Pläne, Zeichnungen, Beschreibungen der Bauten des damaligen Ausstellungsgeländes, vorübergehender, also nur für die Ausstellung errichteter Bauten oder der Leuchtsäulen auf dem Ehrenhof. Sie befanden sich aufgrund der vielen in der Vergangenheit und Gegenwart erfolgten Benutzungen in einem schlechten Erhaltungszustand. Das war erkennbar an aufgerissenen Fadenheftungen, losen Blättern, eingerissenen Schriftstücken, Karten und Plänen. Durch die jetzt erfolgenden restauratorischen und konservatorischen Maßnahmen soll der Ursprungszustand so weit wie möglich wieder hergestellt werden, um sie für die weitere Benutzung und für Ausstellungszwecke zur Verfügung stellen zu können. Das könnte beispielsweise anlässlich des Jubiläums der Theaterausstellung im Jahr 2017 der Fall sein. Darüber hinaus sind sie natürlich auch für das 2019 anstehende Bauhaus-Jubiläum bedeutend.

Zeugnisse aus der Zeit des Neuen Bauens enthält auch die Bauakte der Magdeburger Zitadelle, die jetzt ebenfalls restauriert wird. In ihr befinden sich unter anderem Farbzeichnungen zur farbigen Gestaltung von Bauten, einem wichtigen Merkmal des Neuen Bauens und vom damaligen Magdeburg, das als „Stadt des Neuen Bauwillens" in die Geschichte einging. Ein bedeutender Vertreter des farbigen Bauens war der von 1921 bis 1924 als Stadtbaurat in Magdeburg wirkende Architekt Bruno Taut. Viele seiner Entwürfe und Skizzen sind in den Akten der Städtischen Baupolizei überliefert, so auch in der Akte zur Zitadelle. 

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