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Friedrich Wilhelm Paul Nikolaus Fürst von Radziwill

geb. 19. März 1797 in Berlin, gest. 5. August 1870 in Berlin,

Preußischer General der Infanterie

Der Fürst entstammte einem alten Fürstengeschlecht mit großen Besitzungen in Litauen und Polen. Sein Vater war Anton Heinrich Fürst von R. (1775-1833), ab 1815 Statthalter im Großherzogtum Posen, seine Mutter Luise eine geborene Prinzessin von Preußen (1770-1834), Schwester des Prinzen Louis Ferdinand von Preußen (1772-1806). Der musikbegabte Vater schuf mehrere Kompositionen, darunter die Musik zu Goethes „Faust“, und stand mit Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) und Carl Friedrich Zelter (1758-1832) in Kontakt. R. besuchte das Friedrich-Wilhelms- Gymnasium und das Friedrich-Werdersche Gymnasium in Berlin. Danach schlug er die Militärlaufbahn ein. Als Jugendlicher beteiligte er  sich mit Genehmigung des Königs Friedrich Wilhelm III. (1770-1840) an den Befreiungskriegen. 1816 wurde er zum Major der Infanterie befördert und für drei Jahre zur Allgemeinen Kriegsschule in Berlin kommandiert. 1821 erfolgte seine Versetzung als Bataillonskommandeur zum 19. Infanterieregiment in Posen. 1825 heiratete er in Posen Helene Prinzessin R. (1805-1827), die nur zwei Jahre darauf starb. 1829/30 beurlaubt, besuchte der Witwer Italien, Griechenland sowie Konstantinopel. 1831 übernahm er das Kommando des 11. Infanterieregiments in Breslau. 1832 wurde R. zum Oberst befördert. In jenem Jahr ehelichte er Mathilde Gräfin von Clary und Aldringen (1806-1896). Der Tod seines Vaters 1833 veranlasste ihn, die Familiengüter zu übernehmen und das Regimentskommando abzugeben. Der König gewährte ihm auf unbestimmte Zeit Urlaub. 1838 trat R. als Kommandeur einer Landwehrbrigade in Berlin in den aktiven Dienst zurück. Ein Jahr später beförderte ihn der König zum Generalmajor, 1846 zum Generalleutnant. Unter Generalfeldmarschall Friedrich von Wrangel (1784-1877) übernahm er 1848 im Krieg gegen Dänemark das Kommando einer Division und zeichnete sich in den Gefechten bei Schleswig und Düppel aus. Nach dem Krieg erhielt er deshalb den Orden pour le mérite. Nachdem er 1848 bis 1850 die Kommandantur von Torgau innehatte, wurde er 1852 Kommandierender General des IV. Armeekorps in Magdeburg, ab 1853 gleichzeitig Chef des 27. Infanterieregiments. 1855 erfolgte seine Beförderung zum General der Infanterie. Ein Jahr später erhielt er den Hohen Orden vom Schwarzen Adler. Anlässlich seiner Versetzung als Kommandierender General des III. Armeekorps nach Berlin im Jahr 1858 verlieh die Stadt Magdeburg ihm das Ehrenbürgerrecht, da er sich der städtischen Interessen angenommen und auch den ärmeren Teil der Bevölkerung unterstützt habe. 1859 wurde er Militärgouverneur der Provinz Brandenburg. Ab 1. Juli 1860 war R. Chef des Ingenieur- und Pionierkorps sowie 1. Generalinspektor der preußischen Festungen. 1866 quittierte er aus gesundheitlichen Gründen den Dienst. Das „Palais Radziwill“ in der Berliner Wilhelmstraße 77, das ihm sein Vater geschenkt hatte, übernahm das Deutsche Reich 1875 für 2 000 000 Taler als Palais des Reichskanzlers. 

Priesdorff, Kurt von (Hg.): Soldatisches Führertum, Bd. 5, Hamburg o. J. (1938); http://de.wikisource.org/wiki/ADB:Radziwill_Wilhelm_Fürst_von; Stadtarchiv Magdeburg, Rep. A II B 27 spec. 5 Bd.1, Rep. 184 L 3.
                                                                                                                            Maren Ballerstedt

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