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Luke Howard

geb. 28. November 1772 in London, gest. 21. März 1864 in Tottenham/ London,

Naturwissenschaftler, Meteorologe, Pharmazeut, Unternehmer

Der Sohn eines Fabrikanten für Schmiedeeisen und Blechwaren besuchte bis zum 15. Lebensjahr die Thomas-Huntley-Schule in Burford nahe Oxford. Anschließend  absolvierte er eine Lehre als Apotheker in Stockport und kehrte nach London zurück. Nach mehrmonatiger Anstellung in einer pharmazeutischen Großhandelsfirma eröffnete er hier eine eigene Apotheke. Er konnte sich nun intensiv seinen naturwissenschaftlichen Interessen widmen und hörte Vorlesungen über Chemie. Schon als Schüler hatte sich H., beeinflusst von beeindruckenden Wettererscheinungen des Jahres 1783, ausgiebig mit Wetterbeobachtungen, Botanik und Chemie beschäftigt. Mitte der 90er Jahre ging H. nach Plaistow in Essex, wo er zusammen mit dem Quäker William Allen (1770-1843) eine Produktionsstätte für Chemikalien betrieb. H. wurde Mitglied der 1796 von Allen gegründeten Askesian Society, eines wissenschaftlichen Debattierklubs. Im gleichen Jahr heiratete er in London Mariabella Eliot (1769-1852). Geschäftlich investierte er zusammen mit William Allen weiter in die chemische Industrie. Nach Auflösung der Teilhaberschaft an Allens Unternehmen zu Beginn des 19. Jahrhunderts baute er unter seinem Namen eine eigene Firma zur Herstellung pharmazeutischer Chemikalien auf. Um sich stärker der Meteorologie und Botanik widmen zu können, übergab er die Labore an einen seiner Söhne. Zu wissenschaftlichem Ruhm gelangte H. durch seinen Vortrag „On the Modifications of Clouds“, den er 1802 vor der Askesian Society in London hielt und der 1803 im „Philosophical Magazine“ publiziert wurde. H. teilte die Wolken in Kategorien ein und legte damit den Grundstein für die noch heute gültige Klassifikation der Wolken. Er nutzte dafür lateinische Namen, die international verstanden wurden. 1821 wurde er aufgrund seiner Verdienste um die Meteorologie in die Royal Society aufgenommen. Zwei Jahre später gehörte er zu den Mitbegründern der „Meteorological Society of London“. Neben Arbeiten zu meteorologischen Themen veröffentlichte H. zahlreiche Traktate auf den Gebieten der Botanik, Chemie und Theologie. Nach langjährigen Wetterbeobachtungen und -messungen veröffentlichte er 1818 bis 1820 das Werk „The Climate of London“, das erste Textbuch zur Stadtklimatologie überhaupt. Eine weitere Ausgabe folgte 1833, die auf Beobachtungen bis 1830 fußte. Seine Forschungsergebnisse beeindruckten Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832), der mit dem Begründer der Wolkenkunde 1822 persönliche Korrespondenz aufnahm. H. beeinflusste mit seiner Wolkenlehre auch die Malerei der Romantik, insbesondere William Turner (1775-1851), John Constable (1776-1837) und Caspar David Friedrich (1774-1840). Bis 1836 war H. Mitglied der religiösen Gemeinschaft der Quäker, der schon sein Vater angehörte. Er setzte sich für soziale und philanthropische Projekte, wie die Bekämpfung der Sklaverei, ein. Als geschäftsführender Sekretär eines Londoner Hilfskomitees, das Geld zur Unterstützung von Leidtragenden der napoleonischen Fremdherrschaft auf dem Kontinent sammelte, erhielt er zusammen mit Robert Humphrey Marten am 18. Oktober 1815 das Ehrenbürgerrecht der Stadt Magdeburg. H. wurde in Tottenham/ London begraben, wo er Jahrzehnte gelebt hatte. H.`s Klassifikation der Wolken fand 32 Jahre nach seinem Tod fundamentalen Eingang in den „Internationalen Wolkenatlas“, der sich seit 1896 bis in die jüngste Gegenwart immer wieder Neuauflagen erfreute.

Hamblyn, Richard: Die Erfindung der Wolken, Suhrkamp Taschenbuch Verlag, 2003;  http://de.wikipedia.org/wiki/Luke_Howard; http://en.wikisource.org/wiki/Howard_Luke_(1772-1864)_(DNB00); http://www.bbkl.de/h/howard_lu.shtml; Stadtarchiv Magdeburg, Rep. A I UV 109.                                                                                                

                                                                                                                              Maren Ballerstedt

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