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Jehmlich-Orgel in der Konzerthalle

Jehmlich Orgel in der Konzerthalle ©Zwei Jahre nach der Einweihung der Konzerthalle "Georg Philipp Telemann" im Kloster Unser Lieben Frauen wurde die Magdeburger Orgellandschaft um eine große Konzertorgel reicher. Der damalige VEB Orgelbau Dresden (heute Jehmlich-Orgelbau Dresden) übergab im September 1979 die 1000. Orgel seit seiner Gründung im Jahr 1808. Die Brüder Gotthelf Friedrich, Johann Gotthold und Carl Gottlieb legten im erzgebirgischen Cämmerswalde den Grundstein für die Orgelbautradition der Familie Jehmlich. Im Jahre 1818 schuf Gotthelf Friedrich in Lauenstein die erste Orgel in Sachsen. Von Generation zu Generation wurde und wird das Handwerk weitergegeben, und schließlich entstand im Jahr 1979 unter Horst Jehmlich u. a. die Jubiläumsorgel opus 1000 für die Konzerthalle „Georg Philipp Telemann“. Die Qualität der Jehmlich-Orgeln findet internationale Beachtung und kann so auch in Bulgarien, Norwegen, der Schweiz, Tschechien, Ungarn, Japan und in den USA bewundert werden.

Bewegte sich der historische Orgelbau überwiegend in langlebigen Traditionen mit territorialer Prägung, musste die Konzeption einer modernen Konzertorgel vielfältigen Anforderungen gerecht werden. Bei der Planung der neuen Magdeburger Konzertorgel waren verschiedene architektonische, akustische, funktionelle, klangstilistische und technische Gesichtspunkte zu berücksichtigen. Entscheidend für die Wahl der Aufstellung im Ostchor war die Notwendigkeit, eine relativ hohe Registerzahl in akustisch günstiger Position unterzubringen. Auch aufführungs-praktische Gesichtspunkte sprachen für diesen Standort.
Die Klanggestaltung folgte dem Ziel, größtmögliche stilistische Vielseitigkeit zu erreichen, ohne damit auf die innere Logik und individuelles künstlerisches Profil in der Konzeption des Instrumentes zu verzichten.

Aufgrund häufiger Baumaßnahmen im Kloster wurde 1995 eine Generalreinigung des Instrumentes notwendig. In diesem Zusammenhang führte die Firma Jehmlich einzelne Veränderungen an der Orgel durch, die auf eine gleichzeitig größere Geschlossenheit und breiter gefächerte Farbigkeit des Klanges zielten und die Spielbarkeit des Instrumentes durch den Einbau moderner Spielhilfen erweiterten.
Klangliche Veränderungen fanden relativ sparsam Anwendung, da die Orgel möglichst im Originalzustand erhalten bleiben und nicht den gerade herrschenden Zeitströmungen angepasst werden sollte. Vor allem im Hinblick auf die Interpretation romantischer Orgelmusik wurden klangliche Veränderungen durch Austausch, Neu- oder Umbau einzelner Register vorgenommen.
Im Ergebnis präsentiert sich die Jehmlich-Orgel des Klosters Unser Lieben Frauen jetzt als echte "Universalorgel" im besten Sinne des Wortes. Sie stellt sich als Instrument dar, das eine adäquate Interpretation barocker, romantischer und zeitgenössischer Orgelmusik bestens ermöglicht.

Der Erfolg dieser Umbaumaßnahmen wurde bereits 1995 beim I. Internationalen August-Gottfried-Ritter-Orgelwettbewerb unter Beweis gestellt und konnte während des II. und III. Wettbewerbs 1999 und 2003 seine Bestätigung finden. Bei Wettbewerbsprogrammen, die alle Epochen vom frühen Barock über Johann Sebastian Bach und die deutsche Romantik bis hin zu Orgelwerken des 20. Jahrhunderts umfassten, wurde nicht nur die breitgefächerte Klangpalette der Orgel voll ausgeschöpft, auch die neu eingebauten Register und die Registrier- und Setzeranlage erwiesen sich als wesentliche Verbesserung.
Im Jahr 2004/5 musste die Orgel wegen bautechnischer Maßnahmen in der Konzerthalle über einen längeren Zeitraum “verpackt“ werden.

Diese Jehmlich-Orgel genießt seitdem in Fachkreisen sowie weit über die Landesgrenzen hinaus bei Organisten und Publikum gleichermaßen ein sehr hohes Ansehen und gehört neben der Eule-Orgel in St. Sebastian und der im Mai 2008 eingeweihten Schuke-Orgel im Magdeburger Dom als älteste dieses „tönenden Kleeblatts“ zu den bedeutendsten Orgeln des Landes Sachsen-Anhalt. So fand auch der IV. Internationale August-Gottfried-Ritter-Orgelwettbewerb Magdeburg 2008 erstmals an diesen drei wichtigsten und größten Orgeln der Stadt statt.

Aufbau

Der Disposition liegt das "Werkprinzip" zugrunde, das sich in der Geschichte des Orgelbaus bereits vielfältig bewährt hat. Dies bedeutet, dass die den einzelnen Klaviaturen zugeordneten Pfeifenwerke jeweils in sich geschlossene Teilorgeln darstellen. Zwischen ihnen besteht ein musikalisch bedingtes Kontrast- und Ergänzungsverhältnis. Der Prospektaufbau wird durch die fünf Werke bestimmt.
Das Hauptwerk ist unmittelbar über dem Spielschrank angeordnet und bildet das klangliche Zentrum der Orgel.
Das Schwellwerk befindet sich als Oberwerk über dem Hauptwerk. Da auf sichtbare Schwelljalousien oder Gitterverkleidungen aus architektonischen Gründen verzichtet werden sollte, steht als Prospekt vor diesem Werk die 8'-Oktave des Pedals auf besonderer Prospektlade. Klanglich ist das Schwellwerk das vielseitigste und farbigste Werk der Orgel.
Die beiden Rückpositive sind selbständige Einzelwerke, die jedoch in ihrer Disposition deutliche Wechselbeziehungen zueinander erkennen lassen und miteinander gekoppelt auch als Gesamtwerk eingesetzt werden können. Funktionell sind sie als "Gegenorgel" für Dialoge zwischen Hauptorgel und Rückpositiv sowie als Solowerk gedacht, können jedoch auch Begleitaufgaben im Ensemblemusizieren übernehmen.
Das Pedalwerk steht als Bass- und Solowerk in vielfältigen Beziehungen zu den Manualwerken, was eine reichhaltige Disposition bedingte.

Die Orgel besitzt insgesamt 5144 Pfeifen. Sie sind auf 62 Register verteilt. Die längste der Pfeifen, das C des Prinzipal 16' aus dem Pedal, misst 5,20 m und ist im Prospekt sichtbar. Die kleinste Pfeife, das viergestrichene c der Sifflöte 1', hat eine Gesamtlänge von ca. 17 cm. Die Durchmesser der beiden klanglichen Antipoden betragen 262 mm bzw. 3 mm.
Das Pfeifenwerk besteht überwiegend aus Zinn-Blei-Legierungen mit einem Zinnanteil von 25% (Flöten, Gedackte) bis 75% (Prospektprinzipale). Zwölf Register, meist in tiefen Fußtonlagen, sind ganz oder teilweise aus Holz gebaut.

 

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