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Das Schiffshebewerk

SchiffshebewerkDas Schiffshebewerk in Rothensee ist das zweitälteste Hebewerk in Deutschland und eines von zwei Schwimmerhebewerken (ein anderes wurde in Henrichenburg errichtet und blieb bis 1970 in Betrieb). Es wurde am 30. Oktober 1938 als Teil des damals begonnenen Wasserstraßenkreuzes in Betrieb genommen.
Aber alles begann im Jahr 1927, als dem Höhepunkt des kommunalen Bauschaffens: Das Festgelände zur Deutschen Theaterausstellung auf dem Rothehorn-Elbwerder wurde errichtet, der Flugplatz an der Berliner Chaussee begonnen und eben das Wasserstraßenkreuz mit Mittellandkanal und Schiffshebewerk.

Der Trog mit „… Wasserlast wiegt 5400 t. Das entspricht einer Ladung von 360 Güterwagen von 15 t Tragfähigkeit. Diese gewaltigen Lasten zu heben und zu senken, dabei jede Art von Betriebsstörungen tunlichst zu vermeiden und völlige Gefahrlosigkeit des Betriebes zu sichern, ist eine der interessantesten und schwierigsten Ingenieuraufgaben.
Beim Hebewerk Rothensee ruht der Trog nur auf zwei Schwimmern, von denen jeder mithin eine Last von 2700 t erhält. Die Blechträgerbrücke, die den Trog in sich trägt, ist auf dem einen Schwimmer fest, auf dem anderen beweglich gelagert. Die zylindrischen Schwimmer haben 10 m Durchmesser und 35 m Länge. Sie tauchen in die bis zum oberen Rand mit Wasser gefüllten 11 m weiten und 60 m tiefen Schächte ein. Geführt wird der Trog während der Bewegung gegen waagerechte Verschiebungen an vier festen Gerüsten mit gefederten Rollen, die Schwimmer außerdem noch im Schacht. In senkrechter Richtung wird das bewegte System von vier senkrechten Spindeln von 420 mm Durchmesser und 27 m Länge geführt, die an den Führungsgerüsten so aufgehängt sind, dass sie nach oben oder unten gerichtete Zugkräfte übernehmen können. Die zugehörigen vier Spindelmuttern stehen mit dem Trog in Verbindung und werden von hier elektrisch angetrieben. Spindeln und Spindelmuttern sind so stark ausgebildet, dass sie im Notfalle das ganze Gewicht des Troges aufnehmen, wenn die Schwimmer voll Wasser laufen oder umgekehrt den überschüssigen Auftrieb der Schwimmer aushalten können, wenn der Trog leer laufen würde …“ (zitiert aus der Publikation „Der Mittellandkanal“, herausgegeben vom Reichsverkehrsministerium 1938, Volk und Reich Verlag Berlin)

All die Jahre arbeitete das Schiffshebewerk zuverlässig mit sechs Fachkräften pro Schicht. Für die Unterhaltungs- und Instandsetzungsarbeiten arbeiteten zusätzlich ein Betriebsleiter, ein Elektromeister und vier Facharbeiter.

Das Schiffshebewerk hatte zu DDR-Zeiten auch den Nimbus des Tores zu einer anderen Welt. Transitschiffer durften nur an ganz wenigen und ausgesuchten Stellen anlegen und Rast machen. Da während der Schiffshebung mitunter Liege- und Wartezeiten auftraten, gab es im Komplex der Siedlung Schiffshebewerk sogar einen Intershop. Es galt als Privileg, Angestellter des Schiffshebewerkes Magdeburg Rothensee zu sein und die Mitarbeiter wohnten in der dem Schiffshebewerk angeschlossenen Siedlung in Ein- und Mehrfamilienhäusern.

Da der Trog lediglich maximal 82 m lange und 9,50 m breite Schiffe mit einem Tiefgang von 2 m aufnehmen kann, ist er für die moderne Schifffahrt nicht mehr geeignet. Aus diesem Grund wurde wenige hundert Meter weiter westlich eine neue Schleusenanlage, die Sparschleuse Rothensee, errichtet. Trotzdem war das Schiffshebewerk seit der Inbetriebnahme der Sparschleuse ab Mai 2003 weiterhin parallel zu der modernen Anlage in Betrieb. Hier wurden noch immer kleinere Binnenschiffe sowie Sport- und Ausflugsschiffe gehoben und gesenkt.

Seit 2005 ist die Zukunft des Hebewerkes jedoch ungewiss. Sparzwänge im Bundesverkehrsministerium brachten das Schiffshebewerk auf das Abstellgleis. Erst schien noch ein Saisonbetrieb im Sommer möglich, wenig später wurde von der Zubetonierung der Schwimmerschächte gesprochen. Aktuell herrscht der Status Quo, 2006 wurde es nur ein einziges Mal, für eine Inspektion der parallelen Schleuse, geöffnet. In der Stadt Magdeburg und Umgebung hat sich Widerstand gegen die Schließung gebildet. So versucht man mit z.B. einer Unterschriftenaktion das Hebewerk zu retten.

2009 ist das Schiffshebwerk Magdeburg Rothensee der bestmögliche Ort für die Open-Air-Theater- Inszenierung des Puppentheaters Magdeburg „La Notte 4… vor Anker“. Diese Inszenierung stellt am 19. Juni das Finale des diesjährigen 8. Internationalen Figurentheaterfestivals „Blickwechsel“ dar und ist bis 28. Juni in einer täglichen Spielserie zu erleben. Das „Blickwechsel“- Festival selbst findet vom 12. bis 19. Juni 2009 statt und ist für 35 nationale und internationale Puppen- und Figurentheater Podium für „Weltverbesserer“.
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