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Sanierter Adolf-Mittag-See lädt zum Träumen ein

Adolf-Mittag-See, ©MMKTBaumaßnahmen am Gewässer im Stadtpark beendet

Nach mehrmonatiger Sanierung hat Magdeburgs Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper heute den Adolf-Mittag-See im Stadtpark Rotehorn symbolisch der Öffentlichkeit übergeben. Im Rahmen eines Familienfestes wurde am Nachmittag gleichzeitig das 100-jährige Bestehen des Sees gefeiert. Das Gewässer war in den Jahren 1906 bis 1908 als Erweiterung der Tauben Elbe entstanden.

"Rund 1,7 Millionen Euro wurden mit Unterstützung von Land und Bund in jüngster Vergangenheit rund um den Adolf-Mittag-See investiert", freut sich Magdeburgs Oberbürgermeister über die beendeten Sanierungsmaßnahmen. "Eine beachtliche Summe, die gut angelegt ist und ohne Zweifel zur Verbesserung der Lebensqualität in unserer Stadt beiträgt."

Der Zustand des Gewässers war durch das Jahrhunderthochwasser 2002 sowie durch jahrelange Ablagerungen und immer geringere Wassertiefen mehr als bedenklich. Um die Funktionstüchtigkeit des Adolf-Mittag-Sees wieder herzustellen und höhere Wassertiefen als wichtige Voraussetzung für mehr Sauerstoff in dem See zu erreichen, war eine Entschlammung dringend erforderlich. Dazu wurden 24.000 Kubikmeter Schlamm aus dem See gebaggert, entwässert und fachgerecht entsorgt. Baubegleitend analysierten Experten die Inhaltsstoffe der entnommenen Sedimente, um deren ordnungsgemäße Entsorgung zu garantieren und die Umwelt nicht zu gefährden. Die Baukosten zur Sanierung des Sees betrugen einschließlich Deponiegebühren rund 990.000 Euro.

Darüber hinaus wurde die Frischwasserzufuhr zum See erhöht, was ebenfalls zur Verbesserung der Wasserqualität beiträgt. Dazu wurden der Zulauf von der Stromelbe zur Tauben Elbe vergrößert und tiefer gelegt (220.000 Euro, Juni bis Oktober 2005) und eine neue Brücke im Heinrich-Heine-Weg gebaut (145.000 Euro, September 2005 bis Juli 2006).

Damit das Wasser der Stromelbe kontinuierlich in den Adolf-Mittag-See gelangt, wird die Taube Elbe seit Mai 2005 auf ihrer gesamten Länge entschlammt. Diese Arbeiten, die noch bis 2009 andauern, werden von Mitarbeitern der städtischen Beschäftigungsgesellschaft GISE ausgeführt. Aus Umweltschutzgründen erfolgt die Entschlammung ohne die Unterstützung von Großtechnik. Bis heute wurden aus der Tauben Elbe 4.850 Kubikmeter Schlamm entnommen und fachgerecht entsorgt.

Zur Beseitigung von Hochwasserschäden waren rund um den Adolf-Mittag-See weitere Baumaßnahmen erforderlich: Der Pavillon auf der Marieninsel erstrahlt in neuem Glanz (65.000 Euro), die Brücken zur Marieninsel wurden saniert (158.000 Euro), eine neue Brücke zur Bootsinsel ebnet den Weg zum Bootsverleih (101.000 Euro), die sanierte Pergola und die idyllische Treppe zum See bieten schöne Perspektiven auf das Gewässer (250.000 Euro), neue Wege laden zum Entdecken ein und landschaftsgärtnerische Maßnahmen runden den positiven Gesamteindruck rund um den Adolf-Mittag-See ab.

Mit einem bunten Familienprogramm wurde heute gleichzeitig das 100-jährige Bestehen des Adolf-Mittag-Sees gefeiert. Dazu hatte der Eigenbetrieb Stadtgarten und Friedhöfe Magdeburg (SFM) ein buntes Programm für Groß und Klein vorbereitet. Mit dabei waren unter anderem der Volkschor Magdeburg und das Spielmobil. Der SFM informierte auf Schautafeln über die Geschichte des Adolf-Mittag-Sees und die umfangreichen Sanierungs- und Pflegearbeiten im Stadtpark Rotehorn nach dem Hochwasser 2002.

"Das 100. Jubiläum in diesem Jahr ist ein guter Anlass, an Adolf Mittag und seine Frau zu erinnern", sagte Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper in seiner Eröffnungsrede. "Ohne den See wäre der von Gartendirektor Paul Niemeyer angelegte Stadtpark nicht das, was er heute ist: Eine grüne Oase im Herzen der Landeshauptstadt und eine der schönsten Parkanlagen in Sachsen-Anhalt."

Die Stadtverwaltung arbeitet bereits an den nächsten Projekten zur Verschönerung des Stadtparks. Dazu gehört eine Fontäne im Adolf-Mittag-See, die ab 2009 für rund elf Meter hohe Wasserspiele und die zusätzliche Versorgung des Sees mit Sauerstoff sorgt. Für 2010 ist ein neuer Spielplatz geplant, bei dessen Gestaltung die Wünsche von Kindern berücksichtigt werden. Der Eigenbetrieb nutzte das Familienfest, um dafür Ideen der jüngsten Magdeburger zu erfahren: Auf einer Malstraße hatten Kinder Gelegenheit, ihre Wünsche zu Papier zu bringen.

Hintergrundinformationen zum Adolf-Mittag-See Das Gewässer entstand in den Jahren 1906 bis 1908 als Erweiterung der Tauben Elbe. Finanziert wurde die Anlage des Sees von dem Magdeburger Kaufmann Adolf Mittag. Er war durch seine geschäftlichen Aktivitäten zu erheblichem Wohlstand gekommen und interessierte sich sehr für die Geschehnisse seiner Heimatstadt Magdeburg. Für den See als Verschönerung des Rotehornparks schenkte er der Stadt die beträchtliche Summe von 50.000 Mark. Während der See den Namen von Adolf Mittag trägt, wurde die Insel zum Gedenken an seine 1908 verstorbene Ehefrau Maria "Marieninsel" genannt.

21.08.2008 
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