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Kuratorium "Industriekultur" übernimmt Technikmuseum Stadt und Verein unterzeichneten Verträge
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Der Verein "Kuratorium für Industriekultur in der Region Magdeburg e.V." übernimmt die Trägerschaft über das Technikmuseum in der Dodendorfer Straße. Eine entsprechende Vereinbarung wurde heute von Magdeburgs Beigeordnetem für Kultur, Schule und Sport, Dr. Rüdiger Koch und Gerhard Unger, Vorsitzender des Kuratoriums unterzeichnet.

Der Stadtrat hatte im Mai der Übertragung zugestimmt.
Im Rahmen der Haushaltskonsolidierung blieb das Technikmuseum in den vergangenen Jahren jeweils von November bis März geschlossen. Gleichzeitig wurde das bisher im Museum eingesetzte Personal auf Stellen im Kulturhistorischen Museum umgesetzt. Parallel dazu suchte die Stadtverwaltung einen Träger für die künftige Betreibung des Museums.
"Mit dem Verein;Kuratorium für Industriekultur in der Region Magdeburg e. V.; hat sich eine Gruppe von Enthusiasten gefunden, die das technikgeschichtliche Erbe Magdeburgs wahren und die bedeutende Industriekultur der Stadt und der Region präsentieren und zukünftigen Generationen erhalten wollen", freut sich Magdeburgs Beigeordneter für Kultur, Schule und Sport Dr. Rüdiger Koch, dass die Verhandlungen mit dem Verein jetzt in einen Kooperationsvertrag münden. Der Verein übernimmt mit dem heutigen Tage die Trägerschaft über das Technikmuseum.

Der Trägerschaftswechsel wird auf folgender Grundlage vollzogen:
Zum Erhalt der technik-geschichtlichen Sammlung hat der Verein "Kuratorium für Industriekultur in der Region Magdeburg e.V." seine Absicht erklärt, das Museum an der Dodendorfer Str. 65 als "Museum für Industriekultur der Region Magdeburg" zu betreiben. Ziele und Ausrichtung des Vereins sind in einem Nutzungskonzept für das Technikmuseum festgeschrieben. Dieses Nutzungskonzept ist Bestandteil der Vereinbarung. Der Verein wird das Technikmuseum im Rahmen des vereinbarten Nutzungskonzeptes nutzen und betreiben. Die Magdeburger Museen greifen in die inhaltlichen Aspekte nicht ein und zeichnen dafür auch nicht verantwortlich; sie stehen für konzeptionelle Gespräche und geistigen Erfahrungsaustausch selbstverständlich zur Verfügung.Mit der Übertragung des Technikmuseums an einen freien Träger sollen die bisherigen Leistungen nicht nur zu erhalten, sondern erweitert werden.Gleichzeitig soll durch die Übertragung die Wirtschaftlichkeit des Technikmuseums erhöht werden, weil schneller auf sich verändernde Situationen und veränderte Bedürfnissen der Nutzer reagiert werden kann. Dadurch ist eine nachhaltige und breitere Vernetzung dieses spezifischen Kulturangebotes möglich.

Für die sachgerechte Aufgabenerledigung erhält der Verein für die Jahre 2006 bis 2009 eine institutionelle Zuwendung seitens der Stadt bis zur Höhe von jährlich 88.800,00 Euro. Die Zuwendung entwickelt sich ab dem Jahr 2010 degressiv und orientiert sich in der Höhe an den tatsächlichen Kosten für den Betrieb des Hauses und die unabweislichen Personalkosten.
Die Landeshauptstadt Magdeburg bleibt Eigentümer des Gebäudes und nimmt in dieser Eigenschaft die Funktion des Vermieters wahr. Sie behält sich vor, Teile der ehemaligen Produktionshalle übergangsweise als Depot/Magazin der Magdeburger Museen zu nutzen. Die Flächen werden genau definiert und sind Bestandteil der Vereinbarung. Die Landeshauptstadt Magdeburg stellt für den Betrieb des Museums in den Jahren 2006 bis 2009 einen technischen Mitarbeiter zur Verfügung. Der Sammlungsbestand des Technikmuseums geht als Dauerleihgabe in die Verfügungsberechtigung des Vereins über.

Verein "Kuratorium Industriekultur in der Region Magdeburg e.V.
Der Verein hat sich am 15.03.2004 im Magdeburg gegründet, am 30.03.2004 erfolgte die Eintragung beim Notar. Der Verein hat derzeit rund 40 Mitglieder.
Der Vereinsvorstand besteht aus Vorsitzender: Gerhard Unger, Stadtrat a.D., Rentner Stellv. Vors.: Udo Schmode, Geschäftsführer "Arbeit und Leben S-A e.V.", Stellv. Vors.: Hartmut Sychla, Geschäftsführer "Wachowski & Partner", Außerdem: Karin Meinecke, Stadträtin, Sabine Fitzner-Brandt, Ltr. Planungsbüro "Ad Hoc", Gerd Reinicke, selbständig "Design und Architekturmodellbau".

Bereits im Jahre 2003, als Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper dem Stadtrat eine Weiterführung des Technikmuseums als Depot vorgeschlagen hatte, haben sich viele Technikinteressierte zusammengefunden, um Möglichkeiten für einen Weiterbetrieb des Museums zu entwickeln. Durch Unterstützung der bereits in der Stadt agierenden Technik- und technikhistorischen Vereine, von Universität und Fachhochschule, der IG Metall sowie einzelner Unternehmer wurden dafür Konzepte entwickelt. "Gleichzeitig verband uns die Überzeugung, dass der Wunsch in großen Teilen der Bevölkerung besteht, die Industriegeschichte Magdeburgs zu bewahren und aufzuarbeiten", begründet Kuratoriumsvorsitzender Gerhard Unger das Engagement der Mitglieder.

Im Februar 2005 wandte sich das Kuratorium an den Beigeordneten Dr. Koch mit der Bitte zu prüfen, ob eine Übertragung der Trägerschaft des Technikmuseums auf den Verein möglich ist. "Wie nicht anders zu erwarten, gestalteten sich die Verhandlungen als sehr kompliziert", blickt Gerhard Unger zurück. "Den langwierigen, aber konstruktiven Bemühungen von beiden Seiten ist es zu danken, dass am Ende ein Vertrag ausverhandelt wurde, der die Interessen beider Seiten wahrt und dem Museum eine solide Zukunft sichert."

Der Verein will den Museumsbetrieb künftig aufrecht erhalten. Die Sammlung und Bewahrung materieller Zeugnisse der Menschen und die wissenschaftliche Bearbeitung und Dokumentation der Industriekultur, der Kommunikation und Bildung sollen wie bisher fortgesetzt werden. Mit den am Ort ansässigen wissenschaftlichen Instituten und Einrichtungen wird eine partnerschaftliche Zusammenarbeit angestrebt. "Hohe Priorität soll in Zukunft der museumspädagogischen Arbeit gewidmet werden, um Schüler, Jugendliche und junge Erwachsene an das Museum heranzuführen", nennt der Kuratoriumsvorsitzende ein wichtiges Ziel. Unternehmen will der Verein eine Kooperation anbieten, um Industriegeschichte als Marketinginstrument zu entwickeln und zu nutzen.

"Das Technikmuseum soll sich zum Zentrum eines Netzwerks aller in der Stadt agierenden Technik- und technikhistorischen Vereine entwickeln" blickt Gerhard Unger in die Zukunft. "Außerdem soll das Museum bei der Entwicklung eines lokalen und regionalen Technikpfades, hier insbesondere in Verbindung mit dem Schiffshebewerk Rothensee, eine Leuchtturmfunktion übernehmen, um daraus für die Stadt und die Region wirtschaftlichen Nutzen im Tourismusbereich ziehen zu können."

Magdeburgs Beigeordneter für Kultur, Schule und Sport ist optimistisch, dass das Technikmuseum mit dem neuen Träger nicht nur einen soliden Betreiber findet, sondern neue Ideen und interessante Projekte dessen Anziehungskraft erhöhen. "Wir werden den Verein deshalb im Rahmen unserer Möglichkeiten unterstützen, um der Stadt und der Region eine so einmalige und geschichtlich wertvolle Sammlung zu erhalten und sie für die Öffentlichkeit erlebbar zu machen."

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